Übersicht der schönsten Hochzeitsbräuche und Traditionen

Hochzeitsbräuche sorgen am Hochzeitstag für besondere, romantische, manchmal aber auch skurrile Momente. Wir haben uns in der Welt umgesehen und dir die schönsten sowie ungewöhnlichsten Rituale und Hochzeitstraditionen herausgesucht. Nachfolgend findest du alle Bräuche übersichtlich unterteilt in „klassische Hochzeitsbräuche“ (das betrifft vor allem Deutsche Hochzeitsfeiern und Traditionen), sowie „internationale Rituale“ (Bräuche aus dem Ausland).

Klassische Hochzeitsbräuche Deutschland

Brautstrauß-Werfen

  • Aus den USA kommt ursprünglich der Brauch, dass die Braut ihren Strauß in die Menge der unverheirateten, weiblichen Hochzeitsgäste wirft. Wer den Brautstrauß fängt, wird die nächste Hochzeit feiern, sagt man. Auch in Deutschland ist dieses Ritual inzwischen weit verbreitet und viele Bräute sind heute gut darauf vorbereitet und haben eine kleine Kopie ihres Brautstraußes zum Werfen parat. So kann das große Original zum Trocknen aufbewahrt werden.

    In den USA ist mit dem Wurf des Brautstraußes aber noch nicht Schluss. Auch unter den Männern muss der nächste Bräutigam ausgemacht werden. Deshalb muss der frischgebackene Ehemann seiner Braut das Strumpfband ausziehen und es zwischen die unverheirateten Männer werfen. Wer die Trophäe ergattert, muss mit der Brautstraußfängerin tanzen. So hofft man, vielleicht das nächste Hochzeitspaar zueinander zu führen.

    In Polen gibt es diese Tradition ebenfalls in leicht veränderter Form. Hier wird statt dem Brautstrauß der Brautschleier und statt des Strumpfbands die Fliege des Bräutigam geworfen. Der Effekt, der den Symbolen zugesprochen wird, ist aber der selbe.

Braut wirft einen Brautstrauß

Finanzielle Zugabe für das Brautpaar

  • In Griechenland, wo oft noch das ganze Dorf an der Hochzeitsfeier teilnimmt, ist es üblich, dass nach der Trauungszeremonie ein Verwandter der Braut herumgeht und große und kleine Geldscheine von den Gästen sammelt. Diese werden dann der Braut ans Hochzeitskleid geheftet. Auch in den Philippinen wird die Kleidung des Brautpaars mit Geldscheinen dekoriert. Als Höhepunkt der Feier tanzen Braut und Bräutigam den „Geldtanz“, bei dem die Verwandten der beiden so viel Geld wie möglich an ihrer Kleidung befestigen. Daraus entsteht eine Art kleiner Wettstreit zwischen den Familien, aus dem aber auf jeden Fall die Verwandten des Bräutigams als Sieger hervorgehen müssen. Das ist wichtig für die zukünftige Harmonie zwischen den zwei Familien.

Hochzeitstorte anschneiden

  • Weltweit verbreitet ist die Tradition, dass das Brautpaar gemeinsam die Hochzeitstorte anschneidet und dabei beide das Messer fassen. Man sagt, wessen Hand dabei oben auf liegt, wird auch in der Ehe das Sagen haben. In Java wird die Frage, wer die herrschende Rolle in der Ehe spielen wird, ausgefochten, indem sich das Paar mit kleinen Beutelchen bewirft. Dominieren wird demnach der, der den anderen zuerst trifft. Von der Braut wird aber erwartet, dass sie es dem Bräutigam leicht macht, sie zu treffen.

Baumstamm sägen

  • Hier kommt es vor allem auf eines an: Das Brautpaar muss gemeinsam und gleichmäßig am Sägeblatt ziehen, da es sich sonst im Baumstamm verhakt. Symbolisiert wird mit diesem Brauch der gemeinsame, gleichberechtigte Einsatz für das Gelingen der Ehe.

Dosen am Brautauto

  • Leere, scheppernde Dosen bzw. Blechbüchsen, die an der hinteren Stoßstange des Brautautos befestigt werden, sollen auf dem Weg von Kirche zu Feierlocation böse Geister vertreiben und dem Brautpaar die größtmögliche Aufmerksamkeit verschaffen. Die Gäste im nachfolgenden Autokorso unterstützen die Prozedur mit lautem Hupen.

Spalier stehen

  • Freunde und Verwandte bilden vor der Kirchentür eine Gasse. Aus Gegenständen, die meist mit einem Hobby der Brautleute in Verbindung gebracht werden, wird ein Spalier gebildet. Unter diesem Spalier schreitet dann das Brautpaar aus der Kirche und symbolisiert damit, dass es gemeinsam durchs Leben gehen und alle Schwierigkeiten meistern wird.

Bettlaken-Herz

  • Auf einem großen Bettlaken wird ein Herz mit dem Namen des Brautpaares und dem Hochzeitsdatum aufgemalt. Nur mit zwei kleine Scheren schneiden die Brautleute das Herz aus. Wenn das Herz ausgeschnitten ist, müssen die beiden durch das entstandene herzförmige Loch steigen.

Brautkleid wird Taufkleid

  • Ein schöner Brauch ist es, aus dem Brautkleid oder dem Schleier später das Taufklied für das Kind zu nähen.

Polterabend

  • Er ist älter als unsere christliche Hochzeitszeremonie. Mit dem Lärm von zerbrechendem Steingut oder Porzellan vertreibt Die Hochzeitsgesellschaft die bösen Geister. Weil Glas ein Symbol des Glücks ist, das ja gerade in der zukünftigen Ehe heil bleiben soll, darf kein Glas zerschlagen werden. Das Paar muss die Scherben gemeinsam zusammenkehren und zeigt damit, dass es in Zukunft alle Lasten teilen wird.

Tauben fliegen lassen als weiße Liebesboten

  • Ob zwei einzelne Tauben für Braut und Bräutigam oder gleich ein ganzer Schwarm – das Fliegenlassen von schneeweißen Tauben ist ein romantischer sowie beliebter Hochzeitsbrauch und soll Glück und Wohlstand für das Paar symbolisieren. Die Anlieferung sowie Aufbau und Abbau des Korbes ist Sache des Anbieters, zurück in ihren Taubenschlag fliegen die Tiere ganz von selbst.

Brautschuhkauf

  • Früher war es üblich, dass die Braut ihre Schuhe mit Pfennigen bezahlte und nicht selten sparten die Mädchen schon ab der Schulzeit für ihre zukünftigen Brautschuhe. Dem Bräutigam sollte dies symbolisieren, dass er eine treue und sparsame Ehefrau auserwählt hat. Auch heute noch bezahlen einige Bräute ihre Schuhe mit 1-Cent-Münzen. Ein Geldstück, das während der Hochzeitsfeier im Schuh getragen wird, soll außerdem für ein Leben ohne finanzielle Nöte sorgen.

Himmlische Luftpost – Luftballons steigen lassen

  • Ein weit verbreiteter Brauch ist das Steigen lassen von mit Helium gefüllten Luftballons. An die meist herzförmigen Ballons können Kärtchen mit guten Wünschen für das Brautpaar angehängt werden oder die Adresse des frisch gebackenen Ehepaars. So kann auch ein zufälliger Finder seine guten Wünsche senden.

    Beachtet, dass Ihr für einige Regionen eine Freigabe der örtlichen Flugverkehrskontrollstelle benötigt, um sich nicht strafbar zu machen!

    Tipp: Es gibt auch Helium-Luftballons in Form einer Taube! Durch die besondere Silhouette fliegen die Ballons nicht statisch, sondern in leichten Schwüngen gen Himmel und sollen so den Flug echter Tauben imitieren. Außerdem ist das spezielle Material biologisch abbaubar und löst sich nach wenigen Wochen komplett auf.

Autoantennen-Bändchen

  • Um ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Hochzeitsgesellschaft zu schaffen und sicher zu gehen, dass sich kein Gast verfährt, können farbige Bändchen an die Autoantennen der Gästeautos gebunden werden, die in einem Autokorso dem Brautauto zur Hochzeitslocation folgen. Es heißt, die Bändchen dürfen nach der Hochzeit nicht abgenommen werden, sondern müssen von alleine abfallen, sonst bringt es Unglück.

Reis werfen

  • Einen reichen Kindersegen verspricht das aus dem asiatischen Raum stammende Ritual des Reiswerfens. Inzwischen werden alternativ Blütenblätter verwendet oder Seifenblasen in die Luft gepustet.

Brautentführung

  • Gewöhnlich sind es gute Freunde des Brautpaares, die die Braut in einem unbeobachteten Moment entführen. Zusammen mit den jüngeren Hochzeitsgästen geht es dann in eine Kneipe im Ort, wo weitergefeiert wird. Natürlich muss es einige Hinweise geben, wo der Bräutigam seine Braut finden kann. Ist ihm das gelungen, muss er sie auslösen, indem er eine Aufgabe erledigt und dem Wirt die Rechnung zahlt.

Schleiertanz

  • Genau um Mitternacht beginnt die Braut ihr Leben als Ehefrau und der Schleier wird ihr abgenommen. Entweder kann das von Schwieger- und Brautmutter ausgeführt werden oder aber es findet ein Schleiertanz statt. Hierbei tanzt die Braut alleine auf der Tanzfläche und alle unverheirateten Frauen versuchen ein Stück des Schleiers abzureißen. Wer das größte Stück erwischt, soll gemäß des Brauches die nächste Braut sein. Damit der Schleier leichter reißt, sollte er vorher an einigen Stellen eingeschnitten werden.

Die Braut über die Schwelle tragen

  • Das Brautpaar sollten das Haus oder die Wohnung nicht auf normalem Wege betreten. Da die Dämonen es auf die Braut abgesehen haben, sollte der Bräutigam sie sicher über die Schwelle tragen.

Scherben bringen Glück

  • Ganz nach diesem Motto wird beim Polterabend altes Porzellan in Form von Tellern, Tassen oder Krügen zertrümmert, um das angehende Brautpaar vor bösen Geistern zu beschützen. Verboten sind hingegen Gläser oder gar Spiegel – diese stehen für Glück und dürfen auf keinen Fall zerbrochen werden. Der entstandene Scherbenhaufen wird vom Brautpaar gemeinschaftlich aufgefegt. Dies zeigt, dass sie auch in ihrem zukünftigen Leben gut zusammenarbeiten werden. In der Regel findet der Polterabend am Vorabend zur (kirchlichen) Trauung statt

Die Hochzeitskerze

  • Der Brauch der Hochzeitskerze geht bereits auf das Mittelalter zurück. Schon hier wurde sie in die Trauungszeremonie mit eingebunden. Gebete, Glück und Segen des Brautpaares sollten so dem Himmel näher gebracht werden. Noch heute steht die Hochzeitskerze symbolisch für Liebe, Helligkeit und Wärme. Ebenso strahlend und wärmend wie das Licht der Kerze soll auch die Liebe der Frischvermählten sein. Nach der Hochzeit soll die Kerze zu besonderen Anlässen wie zum Beispiel dem Hochzeitstag oder auch nach einem Streit als Zeichen der Versöhnung, immer wieder entzündet werden.

Hochzeitsmandeln – Sweet like almonds

  • Hochzeitsmandeln haben eine lange Tradition und werden häufig in Form von Gastgeschenken in die Hochzeitsfeier integriert. Durch ihren bittersüßen Geschmack symbolisieren sie das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Damit die gemeinsamen Ehejahre jedoch mehr süße als bittere Momente haben, werden die Hochzeitsmandeln traditionell mit einem Zuckerguss ummantelt. Verschenkt werden in der Regel fünf Stück davon, verpackt in einem hübschen Organza-Säckchen: Sie stehen für ein langes Leben, Glück, Wohlstand, Gesundheit und Fruchtbarkeit.

Internationale, ausländische Hochzeitsbräuche

Hochzeitsbräuche in Dänemark

  • Das Brautpaar zum Küssen freigegeben

    Hier wird bei der Feier die Tradition gepflegt, dass Freunde und Verwandten die Braut und den Bräutigam küssen dürfen. Aber nur, wenn der andere Teil des Brautpaares den Raum verlässt. Macht sich also beispielsweise die Braut auf den Weg ins Bad um ihr Make-up nachzubessern, ist der Bräutigam für alle weiblichen Gäste zum Küssen freigegeben. Allerdings auch nur solange bis die Braut wieder den Raum betritt. Ein netter Brauch, für den sich bestimmt auch einige Hochzeitsgäste hierzulande begeistern könnten.

Hochzeitsbräuche in Indien

Emotionale und spirituelle Hochzeitsbräuche auf indischen Hochzeiten

  • Ob eine schöne Zahlenkombination oder eine wichtige emotionale Bedeutung des Datums – in Indien überlegt das Brautpaar nicht lange, wann es sich das Ja-Wort geben möchte. Man fällt die Entscheidung anhand eines Horoskops. Stehen die Sterne gut, kann dies für den schönsten Tag im Leben nur recht sein.

  • Die Braut wird bis zu drei Tage vor der Hochzeit auf das große Event vorbereitet. Dazu zählt, dass sie aufgeklärt und in das zukünftige Eheleben eingeweiht wird. Um ihr außerdem Glück mit auf den Weg zu geben, bemalen ihre Begleiterinnen sie mit kunstvollen Henna-Ornamenten an Händen und Füßen.

  • Das Hochzeitsfest findet im Haus der Brauteltern statt, wohin der Bräutigam am Tag der Hochzeit mit seiner Hochzeitsgesellschaft anreist. Um ihn willkommen zu heißen und Glück zu wünschen, reicht man ihm ein traditionelles Getränk aus Honig und Joghurt. Anschließend wird die Trauung in einem Pavillon im Innenhof zelebriert. Unter diesem Baldachin markiert ein Vorhang eine Trennlinie, auf deren Seiten das Brautpaar getrennt voneinander Platz nimmt. Während des Vortragens heiliger Verse durch einen Priester, öffnet sich der Vorhang Stück für Stück. Sobald sich Braut und Bräutigam frei gegenüber sitzen, ist es für den Brautvater an der Zeit, seine Tochter in die Obhut des Bräutigams zu geben, der ihr ewige Treue und Ehrerbietung schwört.

  • Die Hochzeitsbräuche sind in Indien sehr spirituell. Noch bevor es in ein, je nach Wohlstand der Brauteltern, mehrtägiges Hochzeitsfest übergeht, absolviert das Brautpaar bei der Zeremonie hinduistische Riten. Im Mittelpunkt steht das heilige Feuer, in das sie Reis und Butteröl als Opfergaben geben. Danach umkreisen sie dieses mit sieben Schritten. Als Ausdruck ihrer Verbundenheit wird dazu ihre Kleidung miteinander verknotet. Anschließend werden sie mit Weihwasser gesegnet. Darüber hinaus hat es große Tradition, der frischgebackenen Ehefrau ein Kind (vorzugweise einen Jungen) auf den Schoß zu setzen, um baldigen Kinderreichtum zu erbitten.

Hochzeitsbräuche in England

  • Etwas Altes, Neues, Geborgtes und Blaues

    Einer der wohl bekanntesten Hochzeitsbräuche! Aus der viktorianischen Zeit stammt der Spruch: „Something old, something new, something borrowed, something blue.“ Demnach braucht eine Braut vier Dinge an ihrem Hochzeitstag, um eine glückliche Ehe zu beginnen. Etwas Altes soll den bisherigen Ledigenstatus symbolisieren, etwas Neues das künftige Leben als Ehefrau. Etwas Geborgtes steht für die Freundschaft und etwas Blaues für die ewige Treue der Eheleute. Neu ist meist schon das Hochzeitskleid, alt und geborgt können Schmuckstücke oder Accessoires von Verwandten und Freunden sein. Als etwas Blaues wird häufig ein hellblaues Strumpfband verwendet.

  • Vor der Hochzeit nimmt man auch in England Abschied vom Junggesellenleben – mit einer Hen-Night für Frauen und einer Stag-Party für die Herren. Gerne werden dazu Wochenend-Trips ins Ausland gebucht.

  • Wird eine kirchliche Trauung zelebriert, verkündet man diese drei Sonntage vor dem großen Tag während des Gottesdienstes. Das Brautpaar sollte dem jedoch fern bleiben, sonst bringt es Unglück! Damit das Ja-Wort zudem ohne Zwischenfälle verläuft, gibt es das sogenannte Rehearsal – eine Generalprobe der Zeremonie.

  • Das Hochzeitsfest beginnt für gewöhnlich zur Mittagszeit mit der Trauung, an die sich das Wedding Breakfast (Hochzeitsfrühstück) anschließt. Ohnehin spielt das Essen bei Hochzeiten in England eine große Rolle. Denn Nahrungsmittel gelten als Glücksbringer. So war es Tradition, Weizen oder Gerste zu werfen, wenn das Brautpaar aus der Kirche schritt. Dazu zählte ebenso, dass die Braut einen Teller voll Teekuchen verstreute. Natürlich bescherte es den Gästen Glück, wenn sie einen Krümel davon für sich sichern konnten. Zudem versprach es Wohlergehen, Kuchen über den Häuptern des Brautpaares zu brechen.

Hochzeitsbräuche in Frankreich

  • Strumpfbandversteigerung bei französischen Hochzeiten

    Bei vielen französischen Hochzeiten stellt sich die Braut in die Mitte des Festsaales und beginnt ihren Rock ganz langsam höher und höher gleiten zu lassen – und das ganz bewusst unter den Augen aller Gäste. Die männlichen Anwesenden bieten Geld für jeden Zentimeter mehr Bein, die Frauen versuchen, dagegen zu halten. Dieses Hin und Her endet, wenn letztendlich doch das Strumpfband sichtbar wird, das dann demjenigen überreicht wird, der den letzten Schein geboten hat. Das dabei erbrachte Geld geht an das Brautpaar. Früher wurde es verwendet, um den Schneider des Hochzeitskleids zu bezahlen.

  • Um zu testen, ob das Brautpaar Herausforderungen gemeinsam meistern kann, ist es in Frankreich Brauch, dass Braut und Bräutigam auf dem Weg zur Kirche einige Hindernisse bewältigen müssen. Nachbarn und Freunde spannen beispielsweise weiße Bänder über die Straße oder versperren den Weg mit Dornzweigen, die zerschnitten werden müssen.

Hochzeitsbräuche in Schottland

  • Styling-Regel für Hochzeitsgäste auf schottischen Hochzeiten: Kein Grün!

    Die Schotten pflegen einen Brauch, der offenbar sehr altem Aberglaube zu verdanken ist: Hier dürfen weder das Brautpaar noch die Gäste grüne Kleidung tragen, weil diese Farbe den „fairies“, den Elfen, vorbehalten ist und diese nicht verstimmt werden dürfen. Deshalb sind auch beim Hochzeitsmenü alle grünen Lebensmittel von der Karte gestrichen und es gibt weder Rosenkohl noch Brokkoli oder Salat. Eine Ausnahme gibt es aber doch: Im Brautstrauß darf ein wenig Grün miteingebunden sein. Dem dürfen die Elfen nichts entgegen setzen.

Hochzeitsbräuche in Irland

  • Entstehung des Begriffs Honeymoon

    Nach einem alten irischen Brauch trank das Brautpaar nach der Hochzeit einen Monat lang täglich etwas Honigwein, um die Fruchtbarkeit sowie die Männlichkeit zu stärken. Aus dieser Tradition entstand auch der Begriff Honeymoon für die Flitterwochen. Heute wird dieser Brauch mit einem Schluck des süßen Getränks nach der Trauung gewürdigt.

Hochzeitsbräuche in Rumänien

  • Der rumänische Bräutigam muss hoch hinaus

    Bevor es zur eigentlichen Hochzeit geht, muss sich ein rumänischer Bräutigam erst beweisen: Der Brautkranz aus Blumen wird von Freunden der Braut hoch oben in einer Baumkrone platziert. Mithilfe seiner Freunde und Verwandten, die eine menschliche Pyramide bilden, klettert der Zukünftige hinauf, um den Kranz seiner Liebsten überreichen zu können.

  • Zwischen all den Geschenken für das Brautpaar finden sich auf einer rumänischen Hochzeit auch solche für den zukünftigen Nachwuchs. Spielsachen, Kleidung und andere Baby-Artikel sollen das Paar auf eine kinderreiche Ehe vorbereiten.

Hochzeitsbräuche in Russland

  • Brautschuh-Klau auf russischen Hochzeiten

    Um Geld in die Hochzeitskasse zu bringen, wird russischen Bräuten der Schuh geklaut. Häufig sind es Gäste als Gaukler verkleidet, die mit einer Tanzeinlage die Hochzeitsgesellschaft noch vor dem offiziellen Hochzeitstanz überraschen. Einer der Gaukler nutzt den Trubel und stiehlt heimlich einen Brautschuh. Ist die Zeit für den Hochzeitstanz gekommen, muss zunächst der fehlende Schuh ausgelöst werden. Spendable Gäste werden mit Wodka belohnt, die unaufmerksamen Trauzeugen hingegen müssen nach dem Hochzeitstanz eine Strafaufgabe erfüllen.

  • Was bei uns der Tortenanschnitt ist, ist auf russischen Hochzeiten das Brotbeißen. Das Brautpaar muss – ohne die Hände zur Hilfe zu nehmen – bei der Feier von einem frischgebackenen Brot abbeißen und das Stück essen. Wer das größere Loch im Brotlaib hinterlässt, soll in der Ehe das Sagen haben.

Hochzeitsbräuche in Schweden

  • Die Braut als Glücksbringer

    Hier glaubt man daran, dass es Glück bringt, einer Braut tief in die Augen zu sehen. Dieses Recht beanspruchen aber nicht nur die Gäste der Feier. Es kommt häufiger vor, dass jede Menge fremder Menschen am Haus der Braut anklingeln, um diese zu betrachten, ihr zu gratulieren und sich selbst eine kleine Portion Glück zu verschaffen.

  • Die Farbe Rot ist bei schwedischen Hochzeiten nicht gerne gesehen: Trägt ein weiblicher Gast ein rotes Kleid, möchte sie damit zeigen, dass sie bereits eine oder mehrere Nächte mit dem Bräutigam verbracht hat.

Hochzeitsbräuche in Polen

  • Hindernisse auf dem Weg zur Hochzeit

    Bei Hochzeiten in Polen wird dem Bräutigam der Weg zu seiner Braut erschwert. Um die Straßensperren passieren zu können, muss Wegzoll, häufig in Form eines Gläschen Wodkas, bezahlt werden. Zum Dank darf der zukünftige Ehemann nicht nur passieren, sondern bekommt zudem die besten Wünsche und Geschenke zur Hochzeit mit auf seinen Weg.

Hochzeitsbräuche in den Niederlanden

  • Champagner für eine fruchtbare Ehe

    Auf niederländischen Hochzeiten knallen die Champagnerkorken. Der Korken der ersten Flasche, die nach der Trauung geöffnet wurde, wird dem Brautpaar für die Hochzeitsnacht unter das Kopfkissen gelegt. Dieser soll den beiden Fruchtbarkeit und ein erfülltes Liebesleben bringen.

Hochzeitsbräuche in Mexiko

  • Schmuck verheißt Unglück auf mexikanischen Hochzeiten

    Ketten, Ringe, Ohrstecker und andere Accessoires mit Perlen sind auf Hochzeiten in Mexiko ein schlechtes Omen. Die Schmuckstücke stehen dort für Tränen und werden als Vorzeichen für eine unglückliche Ehe gedeutet.

  • Mexikanische Bräute bekommen von ihrem Angetrauten 13 Münzen überreicht, die jeweils für ein Eheversprechen sowie für Jesus und seine zwölf Apostel stehen. Mit dieser Geste zeigt der Bräutigam, dass er seiner Frau vertraut und übergibt ihr symbolisch die Hoheit über das Vermögen.

Hochzeitsbräuche in Kroatien

  • Strumpfband werfen

    Das Strumpfband darf auf kroatischen Hochzeiten nicht fehlen: Der Bräutigam zieht es seiner Braut vor der versammelten Hochzeitsgesellschaft mit den Zähnen vom Bein. Anschließend wirft er es in eine Gruppe männlicher Junggesellen im heiratsfähigen Alter. Wer es fängt, muss mit der glücklichen Junggesellin tanzen, die den Brautstrauß gefangen hat.

Hochzeitsbräuche in Italien

  • Je mehr Scherben, desto besser für das Brautpaar

    Nach der Trauung zerschmettert das italienische Brautpaar eine Vase. Es heißt, jede Scherbe steht für ein glückliches Ehejahr und so ist das frisch verheiratete Paar bemüht, die Vase in möglichst viele Teile zerspringen zu lassen.

Hochzeitsbräuche in der Türkei

  • Ein Blick in die Zukunft: Wer ist die nächste Braut?

    Die unverheirateten Freundinnen einer türkischen Braut schreiben ihre Namen auf die Sohle der Brautschuhe. Die Frau deren Name am Ende des Abends abgetanzt und am wenigsten lesbar ist, wird als nächstes heiraten, heißt es.

Hochzeitsbräuche in Finnland

  • Reicher Kindersegen für das Brautpaar

    Während des traditionellen Hochzeitstanzes des Brautpaares ist es bei einer finnischen Hochzeit Brauch, dass die Brautmutter einen Porzellanteller auf dem Kopf balanciert. Wenn er herunter fällt, zeigt die Anzahl der Scherben, wie viele Kinder das Paar haben wird.

Hochzeitsbräuche in China

  • Um drei Briefe und sechs Bräuche ranken sich die Hochzeitsriten in China

    Dieser „Briefwechsel“ umfasst lediglich Schreiben der Bräutigameltern an die Brauteltern. In einem werden die Heiratsabsichten bestätigt. Ein Geschenkbrief erläutert die Gaben, die an die Brautfamilie gerichtet sind. Und der sogenannte Hochzeitsbrief am Tag der Trauung erklärt die Aufnahme der Braut in die neue Familie. Doch die Hochzeit bahnt sich nicht nur schriftlich an. Denn es wird zudem eine Vermittlerin zu den Brauteltern geschickt, um den Antrag zu verkünden und erste Verhandlungen zu führen (erster Brauch). Dem folgt der Austausch der Geburtsdaten von Braut und Bräutigam, der „acht Buchstaben“. Anhand dieser prüft ein Wahrsager, ob das Paar harmoniert (zweiter Brauch). Kann er eine glückliche Zukunft der beiden sehen, reicht die Vermittlerin die ersten formellen Brautgaben dar (dritter Brauch). Darüber hinaus wird ein Termin festgelegt, an dem die Hauptgeschenke in Form von Überraschungen, Geld, Kuchen, Essen und Opfergaben an die Ahnen gebracht werden – als formelle Bestätigung des Heiratsversprechens (vierter Brauch). Während des Festes beten Braut und Bräutigam zum Himmel, zur Erde und zu den Ahnen. Außerdem schenken sie an wichtige Familienmitglieder Tee aus. Daraufhin erhält das Hochzeitspaar „Hóng bāo“ (rote Päckchen) oder Geld und darf sich über Glückwünsche freuen. Als fünfter Brauch legt der Wahrsager das Hochzeitsdatum fest; die Heirat selbst ist der sechste Brauch.

  • Nach dem Bankett begleiten die Gäste das Paar ins Hochzeitsgemach, wo ein Toast ausgesprochen sowie Früchte und Süßigkeiten gereicht werden. Erst wenn die beiden alleine sind, darf der Bräutigam den Schleier lüften.

  • Je mehr Scherze man mit dem Brautpaar treibt, desto glücklicher wird die Ehe. Nicht selten versteckt sich noch jemand im Hochzeitsgemach, um zu lauschen.

  • Rot ist die Farbe der Festkleidung von Braut und Bräutigam.

Hochzeitsrituale in China

Hochzeitsbräuche in den USA

  • Der Hochzeitsbrauch der Blumenkinder

    Auch die Blumenkinder, die den Weg des Brautpaares nach der Trauung mit Blütenblättern ebnen, sollen Kindersegen, Fruchtbarkeit und Glück in die Ehe bringen. Seinen Ursprung hat dieser Brauch in den USA, allerdings finden sich die niedlichen Kinder mittlerweile bei Trauungen in aller Welt.

  • „Wenn jemand der Anwesenden etwas gegen diese Verbindung einzuwenden hat, möge er jetzt sprechen oder auf ewig schweigen“ – Dieser Satz hat in zahlreichen Hollywood-Filmen für romantische Wendungen oder laute Lacher gesorgt und ist in den USA Teil der Trauzeremonie. In Deutschland ist die Frage nach Einwänden allerdings nicht vorgesehen.

Hochzeitsbräuche in Japan, eine Reihe von Traditionen

  • Aufwändige religiöse Hochzeitszeremonien nach buddhistischen, shintōistischen oder christlichen Brauch haben in Japan Tradition. Diese werden vorwiegend in Hotels gefeiert, die mit entsprechender Kapelle oder Shintō-Raum ausgestattet sind.

  • Finanziell müssen sich dafür die Brauteltern ordentlich ins Zeug legen. Sie tragen für gewöhnlich die gesamten Kosten und diese belaufen sich vor allem durch Zeremonie und Hochzeitskleidung gerne auf ein stolzes Sümmchen, die der Preisklasse eines Porsches oder Ferraris entsprechen dürfte. Viele verzichten daher auf den Kauf der Hochzeitsausstattung und bevorzugen es, zu leihen. Selbst hier ist mit Kosten von bis zu 5.000 Euro zu rechnen.

  • Zur eigentlichen Trauung ist nur der engste Familienkreis anwesend. Eine große Party mit Verwandten, Freunden, Arbeitskollegen und ehemaligen Mitschülern bzw. -studenten folgt im Anschluss. Viele lernen erst zu diesem Zeitpunkt den Bekanntenkreis des Partners kennen.

  • Um überhaupt mitfeiern zu können, müssen die Gäste meist teure Eintrittskarten erwerben. Zumindest wird von ihnen erwartet, dass sie Geldbeträge schenken. Damit wird unter anderem das Hochzeitsfest finanziert – Sachgeschenke sind daher unüblich.

  • Die standesamtliche Hochzeit ist ein kurzer, formaler Akt, zu dem Braut und Bräutigam nicht anwesend sein müssen.

  • Im Durchschnitt geben Japaner für die Hochzeit rund 30.000 Euro aus.

  • Ein Muss sind teure, ausgiebige Fotoshootings für hochwertige Bilder auf besonderem Papier.

  • Das beste Hochzeitsalter eines Mannes ist während seines ersten Jahres in einer Firma.

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