>>Woher kommen unsere Hochzeitsbrauchtümer?

Woher kommen unsere Hochzeitsbrauchtümer?

Kaum ein anderes Ereignis im Leben ist so sehr von Bräuchen und Traditionen geprägt wie die Hochzeit. Manche Riten dienten vor langer Zeit einem bestimmten Zweck, andere entstanden aus Aberglauben und Mythen.

Der Polterabend

„Scherben bringen Glück“ und das soll das Brautpaar in die gemeinsame Zukunft begleiten. Die Tradition stammt noch aus einer vorchristlichen Zeit. Überlieferungen nach wurden damals schon Tongefäße zerschlagen, um mit dem Lärm böse Geister fern zu halten. Am Ende des Polterabends kehrt das Brautpaar die Scherben zusammen, damit diese ihm Glück bringen werden. Es dürfen sich jedoch keine Glas- oder Spiegelscherben untermischen, denn diese bringen – manchem Glauben nach – Unglück.

Getrennt schlafen vor der Hochzeit

Es heißt, es bringt Unglück, wenn das Paar die Nacht vor der Hochzeit gemeinsam verbringt. Obwohl dieser Brauch einer der bekanntesten ist, sind Experten uneinig,  woher dieser stammt. Manche vermuten, dass er aus einer Zeit übernommen wurde, in der Jungfräulichkeit bis zur Ehe eine Tugend war und Paare deshalb auch erst nach der Hochzeit zusammen wohnten. Wenn die Nacht vor der Trauung gemeinsam verbracht würde, müsste davon ausgegangen werden, dass sie nicht mehr unschuldig in den Stand der Ehe gehen.

Das weiße Brautkleid

Für die meisten Bräute zählt es zu den wichtigsten Bestandteilen einer Hochzeit. Dass Brautkleider Weiß sind, kam allerdings erst Anfang des 17. Jahrhunderts beim Adel in Mode. Die wenigsten Frauen konnten sich ein spezielles Gewand für diesen Tag leisten und viele Bräute trugen ihr bestes, meist schwarzes, Sonntagskleid an ihrem Hochzeitstag. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das weiße Hochzeitskleid bei Frauen aller Bevölkerungsschichten populär. Genauso wie zuvor das schwarze Kleid, steht auch das Weiße für Reinheit und Frömmigkeit.

Der Schleier

Weltweit tragen Bräute seit Jahrtausenden einen Schleier. Die Bedeutung dieses Accessoires hat sich mit der Zeit gewandelt: Bei den Germanen schützte er die Braut vor Dämonen. Später hatte er die Aufgabe die Tränen der Braut zu verbergen, wenn sie sich von ihrem Elternhaus verabschiedet, um selbst eine Familie zu gründen. Heute steht der Schleier in den meisten Ländern für die Unschuld und Reinheit der Braut.

Der Brautstrauß

Traditionell gibt der Bräutigam den Brautstrauß in Auftrag und überreicht ihn vor der Trauung seiner zukünftigen Ehefrau. Heute sind die Blumen nur noch schmückendes Accessoire. In der Renaissance sollten die duftenden Blumen den unangenehmen Geruch in der Kirche überdecken. Damals achtete man noch nicht so sehr auf Körperhygiene und bei einer Ansammlung von Menschen entstand, im wahrsten Sinne, dicke Luft.

Vier Accessoires für die Braut

Dieser beliebte Brauch hat seinen Ursprung im viktorianischen England und kam mit der Berichterstattung über royale Hochzeiten und dank einiger Hollywoodfilme zu uns. Die Braut soll etwas Altes, Neues, Geborgtes und etwas Blaues in ihr Outfit integrieren. Dem Aberglaube nach wird das Alte der Ehe Beständigkeit bringen, das Neue eine glückliche Zukunft und das Geborgte Verlässlichkeit. Die Farbe Blau steht für Treue.

Reis werfen

In seiner asiatischen Heimat steht der Reis für Glück und Fruchtbarkeit. Wird das Brautpaar beim Verlassen des Standesamtes oder Kirche mit Reis beworfen, soll die Ehe kinderreich und harmonisch verlaufen. Es haben sich jedoch mittlerweile zahlreiche Alternativen zum Reiswerfen etabliert, da viele Brautpaare keine Lebensmittel verschwenden wollen und die ungekochten Körner schädlich für Vögel und andere Tiere sind. Weißes Konfetti, Blütenblätter oder in Papier eingearbeitete Blumensamen sind eine umweltfreundliche Variante.

Weiße Tauben fliegen lassen

Weiße Tauben symbolisieren weltweit Frieden und Freiheit. Im Christentum stehen sie auch für den heiligen Geist. Tauben sind sich oft ein Leben lang treu und sorgen sich gleichberechtigt um den Nachwuchs. Deshalb soll ein weißes Taubenpaar auf einer Hochzeit der Ehe Glück, Treue und Kindersegen bringen.

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2018-05-28T15:17:00+00:005. Juni, 2018|HOCHZEITSTRENDS|
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