Verliebt, verlobt, verheiratet – das kommt nach der Hochzeit an Aufgaben auf euch zu

Endlich geschafft! Auch wenn die Hochzeit ein unvergesslicher Tag ist, die Vorbereitungen haben viel Kraft und Nerven gekostet. Umso glücklicher seid ihr bestimmt, wenn es endlich in die wohlverdienten Flitterwochen geht und der Hochzeitsstress ein Ende hat. Doch leider sind noch nicht alle To-dos abgehakt: Schließlich stehen aufgrund der Namensänderung, des Steuerklassenwechsels und gemeinsamer Versicherungen noch einige Formalitäten an. Wir haben zusammengefasst, welche Aufgaben nach der Hochzeit auf euch zukommen.

Die Namensänderung und was sie nach sich zieht

Mit dem Ja-Wort gibt es bei vielen Paaren auch Änderungen beim Nachnamen. Und obwohl es heutzutage vielfältige Kombinationsmöglichkeiten bei den Namen gibt, nehmen Frauen immer noch häufig den Nachnamen des Mannes an. Ein möglicher Grund: Einer Umfrage aus dem Jahr 2014 zufolge bestehen rund 62 Prozent der Männer auf ihrem Nachnamen. Weniger als 20 Prozent aller Ehepaare führen den Nachnamen der Frau als ihren gemeinsamen Ehenamen.

Der Namenswechsel bringt einiges an Aufwand mit sich. Ob Personalausweis, Reisepass, Giro- oder Krankenkassenkarte – derjenige, dessen Name sich geändert hat, muss diese Dokumente neu beantragen. Auch der Arbeitgeber sollte am besten schon vor eurer Hochzeit über den Namenswechsel in Kenntnis gesetzt werden, damit er den Arbeitsvertrag anpassen kann. Und nicht zu vergessen: Auch beim Girokonto muss der Name geändert werden. Ihr seht: Für all diese Behördengänge solltet ihr nach der Hochzeit schon mal genügend Zeit einplanen.

Steuern und Versicherungen

Eine weitere Veränderung, die auf euch als Frischvermählte zukommt, ist die Steuerklasse. Denn aufgrund der Hochzeit wechseln viele Paare automatisch in die Steuerklasse 4. Doch es gibt Fälle, in denen sich die Steuerklassenkombination 4/4 nicht lohnt: Wenn ein Partner deutlich mehr verdient als der andere, ist es für euch lukrativer, die Kombination aus den Steuerklassen 3 und 5 zu wählen. Der Besserverdienende hat dann in Steuerklasse 3 weniger Abzüge und unterm Strich habt ihr beide mehr Geld zur Verfügung. Unser Tipp: Es lohnt sich, nach der Hochzeit einen Steuerberater aufzusuchen, um die beste Steuerklassenkombination zu finden. Er kann euch auch dabei helfen, einen Freistellungsauftrag zu beantragen, der sich bei verheirateten Paaren auf 1.602 Euro erhöht. Kapitalerträge, die über diesem Betrag liegen, müsst ihr jedoch weiterhin versteuern.

Darüber hinaus solltet ihr als frischvermähltes Paar nicht vergessen, euch durch entsprechende Lebensversicherungen gegenseitig abzusichern. Insbesondere wenn ihr Kinder möchtet oder große Investitionen wie einen Hauskauf tätigt, wird solch eine Absicherung essenziell. Denn wenn ein Ehepartner plötzlich stirbt, fällt auch sein Einkommen weg – und dies kann die Hinterbliebenen in den finanziellen Ruin stürzen. Da jede Lebensversicherung andere Vorteile bietet, ist es empfehlenswert, sich frühzeitig über die verschiedenen Varianten zu informieren. Umfassend abgesichert könnt ihr das Eheleben auch viel entspannter angehen. Ein weiterer Tipp: Auch für das eigene Konto kann für den Ehepartner eine Vollmacht erstellt werden. So kann dieser im Falle eines Unfalls auf das dort geparkte Geld zugreifen.

Die Familienkrankenversicherung

Eine Überlegung wert ist auch der Wechsel in eine Familienversicherung bei der Krankenkasse. Das lohnt sich besonders, wenn ein Ehepartner nicht arbeitet; er ist dann über den sozialversicherungspflichtig angestellten Ehegatten mitversichert. Auch Kinder können in die Familienversicherung aufgenommen werden, wodurch sich je nach Anbieter der eine oder andere Euro sparen lässt. Empfehlenswert ist es, wenn ihr euch von euren bisherigen Krankenkassen ein Angebot zusenden lasst – doch auch ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist mit Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist jederzeit möglich.

Alles in allem ist der bürokratische Aufwand nach einer Hochzeit nicht wirklich romantisch – doch dafür könnt ihr am Ende durchaus Geld sparen, wenn ihr euch erst einmal durch den Behördendschungel gekämpft habt. Anschließend bleibt ja auch noch genügend Zeit, das Eheleben in vollen Zügen zu genießen.