Das Smartphone ist heutzutage zum ständigen Begleiter geworden. Doch an der Hochzeit muss das nicht sein. Viele Brautpaare entscheiden sich dafür, das eigene Handy an ihrem großen Tag zuhause zu lassen, um diesen ohne digitale Ablenkung genießen zu können.

Wieso sollte das nicht auch für die Gäste gelten? Eine Frage, die sich immer mehr Heiratswillige stellen und daher für die „Unplugged Wedding“ entscheiden. Was dahintersteckt und wie eure Hochzeit ohne Smartphones gelingt, erfahrt ihr hier.

Was ist eigentlich eine „Unplugged Wedding“?

Vielleicht seid ihr im Zuge eure Hochzeitsvorbereitungen bereits auf diesen Begriff gestoßen. Schließlich ist er derzeit in aller Munde. Auf Deutsch wird die „Unplugged Wedding“ gerne als „analoge Hochzeit“ übersetzt. Das bedeutet nichts anderes, als dass sowohl die Brautleute selbst als auch ihre Gäste digitale Geräte zuhause oder zumindest ausgeschaltet lassen. Das gilt in erster Linie für die Smartphones, aber auch für andere Geräte wie Kameras, Tablets & Co. Das kann verschiedene Gründe haben: Viele Hochzeitspaare wollen schlichtweg, dass alle den Tag in vollen Zügen genießen, anstatt sich vom Handy (ständig) ablenken zu lassen. Aber auch unerwünschte Postings auf Social-Media-Kanälen können dadurch verhindert werden – denn das Brautpaar möchte im Regelfall selbst entscheiden, was veröffentlicht wird und wann.

Für die Braut und den Bräutigam bedeutet diese Entscheidung zudem weniger Stress. Denn trotz aller Vorbereitungen, fallen am Hochzeitstag in der Regel noch organisatorische Fragen an, beispielsweise durch den Caterer oder den DJ. Das kann dazu führen, dass ständig das Handy klingelt und das Hochzeitspaar somit wertvolle Zeit an diesem ohnehin viel zu kurzen Tag verliert. Zudem können dadurch Verzögerungen entstehen, die zu Verschiebungen im Programm oder genervten Gästen führen. Als Braut oder Bräutigam am Handy zu hängen, zählt daher zu den wichtigsten „No-Gos“ für jede Hochzeit.

Sinnvoll ist stattdessen, eine Person mit dieser Aufgabe zu beauftragen; häufig handelt es sich dabei um den Trauzeugen beziehungsweise die Trauzeugin. Aber auch andere Freiwillige, die euch bei der Hochzeit unterstützen wollen, sind natürlich möglich. Sie stellen sozusagen die einzige Ausnahme von der Regel dar und dürfen nicht nur, sondern müssen ein eingeschaltetes Handy bei sich haben.

Ein Handyverbot für die Gäste – geht das überhaupt?

Unterm Strich gibt somit mehrere gute Gründe, weshalb sich der Verbot digitaler Geräte positiv auf die Qualität der Hochzeit auswirken kann, und zwar für alle Beteiligten. In der Theorie klingt die „Unplugged Wedding“ daher wie die perfekte Lösung und demnach ist wenig verwunderlich, dass sie sich in den vergangenen Jahren zum regelrechten Trend entwickelt hat. In der Praxis kann es jedoch ein Problem geben, nämlich Hochzeitsgäste, die sich dem Handyverbot widersetzen. Denn nicht jeder sieht ein, weshalb die Smartphones nicht erwünscht sind und nicht jeder lässt sich durch die Braut oder den Bräutigam gerne Vorschriften machen.

Eigentlich ist es eine Frage der Höflichkeit, sich nach den Wünschen des Hochzeitspaares zu richten. Das gilt schließlich auch für die Kleiderwahl, schließlich kommt in der Regel niemand im Jogginganzug zu einer Hochzeitsfeier. Die meisten Menschen verstehen es daher als Selbstverständlichkeit, dass das Brautpaar bestimmen kann, wie die Hochzeit abläuft. Schließlich soll diese für sie der schönste Tag im Leben werden. Sturköpfe oder Uneinsichtige gibt es trotzdem. Was dann?

Schlussendlich müsst ihr selbst entscheiden, ob ihr euch das Recht herausnehmt, die Gäste darum zu bitten, ihre Smartphones, Digitalkameras & Co zuhause zu lassen – oder lieber nicht. Wenn ihr euch für die „Unplugged Wedding“ entscheidet, solltet ihr zudem einen Plan B entwickeln, falls jemand eurer Bitte nicht nachkommt; sozusagen als Vorsorge. So könnt ihr in dieser Situation souverän reagieren und müsst nicht unnötig Zeit oder Energie investieren, um beispielsweise mit dem uneinsichtigen Gast zu diskutieren. Die meisten Hochzeitspaare entscheiden sich dafür, solche Fälle einfach zu ignorieren, um den Frieden zu wahren und sich ihren großen Tag nicht verderben zu lassen.

Die Devise lautet: Konkrete Wünsche äußern

Zumindest den Wunsch einer analogen Hochzeit zu äußern, ist aber in keinem Fall verwerflich. Zudem empfiehlt es sich, vor der Trauung noch einmal darum bitten zu lassen – beispielsweise durch die Trauzeugen – alle Smartphones stumm oder auszuschalten. Das ist sowieso üblich und eigentlich selbstverständlich. Aber sicher ist sicher, sagt man nicht ohne Grund.

Wenn ihr euch für die „Unplugged Wedding“ entschieden habt, ist es zudem sinnvoll, dies bereits in der Hochzeitseinladung entsprechend zu kommunizieren. Dabei gilt es, einen Befehlston zu vermeiden und stattdessen das Positive zu betonen, zum Beispiel: „Um diesen besonderen Tag in unserem Leben ungestört genießen zu können, würden wir uns freuen, wenn die Gäste ihre Smartphones und digitalen Geräte zuhause lassen. Für ausreichend Fotomaterial werden wir sorgen.“ So oder so ähnlich wird euch diese Bitte in der Regel niemand übel nehmen.

Diesen Wunsch könnt ihr vor der Hochzeitsfeier, im Rahmen der Begrüßung der Gäste, noch einmal wiederholen. Auch dabei ist es wichtig, dass sich die Gäste nicht bevormundet, sondern freundlich aufgefordert fühlen, ihre Smartphones & Co (falls sie solche nun überhaupt dabei haben) auszuschalten. Falls euch besonders wichtig ist, dass keine Fotos ohne eure Zustimmung veröffentlicht werden, könnt ihr auch das nochmal betonen. Bittet also auch darum, keine Bilder sowie Videos auf Facebook, Instagram oder anderen Plattformen zu veröffentlichen. Ein Wunsch, der für die Gäste in der Regel nachvollziehbar ist. Trotzdem kann es natürliche Ausrutscher geben. Dann gilt es, gelassen zu bleiben und die betreffende Person zu bitten, das Posting wieder zu löschen.

Was ihr bei der „Unplugged Wedding“ noch beachten müsst

Die analoge Hochzeit bringt also viele Vorteile mit sich – aber auch den einen oder anderen Nachteil, der euch bewusst sein sollte:

  • Viele Hochzeitsgäste nutzen ihre Smartphones normalerweise, um eigene Bilder zu machen. Das bedeutet, dass ihr am Ende eine Vielzahl an kostenlosen Erinnerungsfotos habt, auch aus ungewöhnlichen Perspektiven.
  • Zudem kann es einfacher sein, diese Fotos zu sammeln, wenn diese von den einzelnen Gästen hochgeladen oder unter einem speziellen Hashtag veröffentlicht werden. Das erspart euch unter Umständen viel Arbeit, um allen Hochzeitsgästen im Nachhinein die Bilder zukommen zu lassen.
  • Zudem wünschen sich die Gäste oftmals, eigene Bilder machen zu können. Sie wollen schließlich auch Bilder von sich selbst oder von Dingen, die ihnen besonders wichtig sind – und die durch den offiziellen Fotografen vielleicht nicht festgehalten werden. Nicht jeder wird daher über ein Handyverbot erfreut sein.

Es gibt also durchaus auch gute Gründe, die Smartphones, Digitalkameras & Co eben doch zu erlauben. Letztendlich müsst ihr das selbst entscheiden. Wählt ihr die „Unplugged Wedding“, ist in jedem Fall wichtig, dass ihr einen professionellen Fotografen oder Videografen engagiert, damit ihr trotzdem ausreichend Bilder von eurem großen Tag habt. Dieser sollte also nicht nur teilweise anwesend sein, beispielsweise während der Trauung, sondern von Anfang bis Ende – und das müsst ihr entsprechend bezahlen. Dafür profitiert ihr von Bildern oder Videos in höchster Qualität, die (vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen) meist deutlich besser sind als die Schnappschüsse mit den Handys durch die Gäste.

Zudem könnt ihr eine Fotobox als Kompromiss aufstellen, denn so haben die Hochzeitsgäste trotzdem die Möglichkeit, eigene Bilder zu machen und zugleich eine lustige Beschäftigung; ganz ohne „lästige“ Smartphones.

Fazit

Wie immer im Leben, hat die Medaille also zwei Seiten und die „Unplugged Wedding“ bringt viele Vorteile, aber auch einige Nachteile mit sich. In jedem Fall solltet ihr als Hochzeitspaar auf Smartphones verzichten, um euren besonderen Tag in vollen Zügen genießen zu können. Wenn ihr euch zusätzlich wünscht, ganz ohne digitale Geräte zu feiern, lautet die Devise: Eure Hochzeit, eure Regeln!

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