Trauzeugen – traditionelle Aufgaben und Pflichten

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Trauzeugen – traditionelle Aufgaben und Pflichten 2017-03-21T11:33:47+00:00

Wichtiger, als man glaubt: die Trauzeugen

Trauzeugen

Den Trauzeugen kommt eine besondere Verantwortung zu. Mit ihrer Unterschrift bezeugen sie die Eheschließung. Außerdem sollen sie Ansprechpartner für die Brautleute sein, denen sich diese nicht nur vor der Hochzeit, sondern auch in späteren Jahren mit ihren Sorgen und Nöten anvertrauen können. Deshalb sollten sich Braut und Bräutigam genau überlegen, wem sie diese Aufgabe übertragen möchten. Meist wählt das Brautpaar seine Trauzeugen aus dem Kreis der engsten Freunde, aber auch Familienangehörige kommen in Frage. Voraussetzung ist, dass die betreffenden Personen älter als 18 Jahre alt sind, sich ausweisen können und sowohl geistig als auch körperlich in der Lage sind, der Trauung zu folgen. Das bedeutet auch, dass diese die Sprache, in der die Trauung vollzogen wird, verstehen müssen, wenn ihr im Ausland heiratet.

Für die standesamtliche Trauung in Deutschland bleibt es euch überlassen, ob ihr einen oder zwei Trauzeugen ernennt oder ganz ohne Trauzeugen erscheint. Gleiches gilt für die Hochzeit in einer evangelischen Kirche. Die katholische Kirche fordert jedoch zwei Trauzeugen zur Beurkundung des Eheversprechens.

Neben der offiziellen Pflicht, die Eheschließung zu bezeugen, kommen den Trauzeugen traditionell folgende Aufgaben zu:

  • Organisation des Junggesellenabschieds
  • Unterstützung des Brautpaars bei den Hochzeitsvorbereitungen
  • Ansprechpartner für das Brautpaar bei Problemen und Sorgen in der Zeit vor der Hochzeit, aber vor allem auch in späteren Jahren
  • Koordination von Spielen, Reden und anderen Beiträgen der Gäste sowie Vorbereitung einer eigenen Überraschung für das Brautpaar
  • Aufbewahrung der Trauringe und Übergabe an den Bräutigam
  • Übernahme der Zeremonienmeister-Aufgaben (Ansprechpartner und Koordinator für Fragen und Probleme der Gäste, Dienstleister und Lieferanten), falls hierfür kein anderer Gast bestimmt wurde
  • Halten und Herrichten von Kleid, Schleier und Brautstrauß am Hochzeitstag
  • Aufbewahrung des Notfall-Sets der Braut (Make-up, Ersatz-Strumpfhose, Kopfschmerztabletten etc.)
  • Zahlen der Zeche, falls eine Brautentführung stattfinden sollte

Sprecht mit euren Trauzeugen vorab darüber, welche Vorstellungen ihr mit diesem Titel verbindet und welche Aufgaben sie übernehmen sollen. So vermeidet ihr Missverständnisse und mindert die Gefahr enttäuscht zu werden. Solltet ihr während der Hochzeitsvorbereitungen den Eindruck gewinnen, dass eure Trauzeugen ihre Aufgaben nicht erfüllen können oder möchten, besteht die Möglichkeit, einige Punkte auf der Liste an andere Gäste abzugeben. Beispielsweise kann auch eine Brautjungfer die Organisation des Junggesellenabschieds übernehmen oder euch bei der Trauung assistieren. Im Zweifelsfall sucht jedoch immer zuerst das Gespräch mit den Trauzeugen, wenn ihr das Gefühl habt, dass ihnen nicht klar ist, was von ihnen erwartet wird.

Solltet ihr einmal von euren Freunden zu Trauzeugen ernannt werden, macht euch bewusst, dass dies nicht nur ein Titel mit vielen Aufgaben, sondern auch eine Ehre ist, die ernst genommen werden sollte. Im Idealfall bestärkt die Zeit der Hochzeitsvorbereitungen die Freundschaft zwischen den Brautleuten und ihren Trauzeugen.