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Tipps & Tricks: So gelingt der Polterabend2017-02-08T15:00:16+00:00

Tipps & Tricks: So gelingt der Polterabend

Eheschließungs-Schwund hin oder her, wenn der „Sack zugemacht wird“, muss gefeiert werden.

Eheschließungs-Schwund hin oder her, wenn der „Sack zugemacht wird“, muss gefeiert werden.

Natürlich, Deutschland ist hip, Deutschland ist trendig. Aber trotz steigender Popularität von Single-Haushalten und Dauerbeziehungen hat die gute alte Ehe noch nicht ausgedient. Und wenn zwei diesen Schritt gehen möchten, dann ist klar: Party tut Not. Okay, die meisten machen einen Junggesellenabschied. Aber mal ehrlich: Mittlerweile ist doch alles zwischen „Im Kostüm Schnäpse verkaufen“ bis zu „Paintballspielen mit anschließender Weinwanderung“ schon arg durchgekaut. Warum also nicht back to the Roots und den gemeinsamen Lebensweg mit einer gemeinsamen Party einleiten? Und was böte sich da besser an, als der gute, alte Polterabend? Der macht es nicht nur möglich, ALLE Freunde und Kollegen einzuladen, sondern ist in Zeiten der dauernden Junggesellenabschiede auch eine erfrischende Abwechslung. Wie die Party bombig wird, lest Ihr auf den folgenden Zeilen.

Ein bisschen Polter-Geschichte

Doch bevor wir in Planung & Durchführung einsteigen, erst mal etwas Geschichte. Denn ursprünglich hat der Polterabend einen weitaus tieferen Hintergrund als die Entsorgung überzähligen Geschirrs.

Ein deutscher Brauch?

Zerdeppern in Skandinavien

Woher der Polterabend genau stammt, liegt heute etwas im Dunkel der Geschichte. Einige Forscher sind der Ansicht, dass sich der Brauch im spätmittelalterlichen Skandinavien aus heidnischen Ritualen entwickelte. Andere verweisen auf Berichte aus dem Hochmittelalter, die ähnliche Feiern beschreiben.

Von Nord nach Süd

Worin sich die Historiker aber einig sind: Der Brauch schob sich im Lauf der Jahrhunderte von Nord- nach Süddeutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Polterabende überall in Deutschland bekannt und wurden regelmäßig zelebriert. In den 80ern dann der Niedergang; Junggesellenabschiede setzten sich durch und das Geschirrschmeißen bekam einen Touch wie Fliesentische, Hirschbilder und Eiche rustikal – irgendwie altmodisch.

 

1.2 Scherben bringen Glück

Ein Opfergaberitus

Das genannte Sprichwort kennt Ihr sicherlich– aber wie so vieles ist auch dies eine Fehldeutung: In früheren Zeiten bezeichnete „Scherbe“ grundsätzlich jedes keramische Produkt – auch in heilem Zustand. Der Spruch „Scherben bringen Glück“ ist demnach wohl auf die Verwendung irdener Gefäße als Vorratsbehälter zurückzuführen – wer viele volle Vorratstöpfe zuhause hat, hat Glück.

In diesem Sinne kann das frühere Zerdeppern als Opfergaberitus gesehen werden: Das Brautpaar zerschmiss brauchbare Vorratstöpfe, so wie anderswo Speisen den Göttern dargeboten wurden.

 

Lärm gegen Geister

Mit der Umdeutung der „Scherbe“ zum Symbol für Zerbrochenes kam auch die Sinnwende des Polterabends: Jetzt stand nicht mehr die Opfergabe im Fokus, sondern der durch den Volksmund daraus hervorgegangene Aberglaube: Der Lärm, den die zerspringenden Teller und Schüsseln machten, sollten Geister und Dämonen von den Liebenden fernhalten.

 

Verbrenn‘ die Bräutigamshose

Für alle Freunde

Traditionell ist der Polterabend Anlass für alle – vornehmlich die, die nicht zur Hochzeit eingeladen sind. Also Kollegen, Nachbarn, der erweiterte Freundeskreis. Weshalb Polterabende auch schnell ziemlich groß werden können – aber nicht müssen.

Hen Night und ein geschenktes Huhn

Wenn die Hochzeit der schönste Tag im Leben eines Paares werden soll, dann ist der Polterabend ohne Zweifel der Lauteste. Spaß ist das Tagesmotto!

Wenn die Hochzeit der schönste Tag im Leben eines Paares werden soll, dann ist der Polterabend ohne Zweifel der Lauteste. Spaß ist das Tagesmotto!

In Norddeutschland wird um Mitternacht die Hose des Bräutigams verbrannt und deren Überreste zusammen mit einer Schnapsflasche vergraben – die abgefackelte Hose symbolisiert das Ende der Junggesellenzeit und der Schnaps dient als Ausrede, ein Jahr später alles wieder auszugraben und die Pulle zu leeren.Skurril wie die Polter-Wurzeln sind auch die regionalen Ausprägungen davon – dies nur als augenzwinkernde Information und nicht unbedingt als Anleitung zum Nachmachen:

  • Weiter verbreitet ist der Brauch, die Brautschuhe an einen Baum zu nageln – damit die Dame nicht mehr abhauen kann (wodurch die Braut allerdings buchstäblich „kalte Füße“ bekommt).
  • Aus dem angelsächsischen Raum kommt die Hen Night. Heute nur als Brautparty zelebriert, verbarg sich früher dahinter das Huhn als Symbol für Fruchtbarkeit: Das Brautpaar bekam Hühner geschenkt.

 

Bloß kein Glas – aber Metall ist okay

Wie angesprochen, wird auf dem Polterabend ausschließlich Keramisches zerschlagen. Aberglaube hat aber auch beim Verbot anderer Materialien mitzureden: So ist das Zerdeppern von Glas oder Spiegeln verpönt – das bringt Pech. Metallische Gegenstände sind auch beliebt – auch wenn die nur Lärm machen. Der Hintergrund: Metall ist schwer zu zerstören und symbolisiert eine dauerhafte Ehe.

 

Ist das nicht nur was für Konservative?

In der Mitte der Gesellschaft

Lautes Nein, es ist nicht nur etwas für Konservative: Einfach weil die Ehe an sich weder konservativ noch progressiv ist, sondern einfach eine feste Bindung zweier Liebender – und ob diese nun stockkonservativ sind oder den Körper voller Tattoos und Piercings haben, ist vollkommen egal.

Glück ist universal

Außerdem gilt: Liebe ist Liebe, Glück ist Glück. Vollkommen gleich ob da zwei hippe Städter heiraten, ein Pärchen aus dem „Speckgürtel“ der Stadt oder aus einem 300-Seelen-Nest. Liebe ist ebenso universell wie Glück und letzteres können Liebende für den gemeinsamen Weg immer gebrauchen.

Liebesglück ist Liebesglück – ganz egal, ob es sich um Frischverliebte, längjährige Pärchen handelt oder aus „anderen Umständen“ geheiratet werden soll.

Liebesglück ist Liebesglück – ganz egal, ob es sich um Frischverliebte, längjährige Pärchen handelt oder aus „anderen Umständen“ geheiratet werden soll.

Zudem: Echt jeder macht Junggesellenabschiede. So viele, dass es je nach Umfang des Freundeskreises richtig nervig werden kann – und immer werden nur die ewigen gleichen Dinge gemacht – klar, bei so vielen Abschieden müssen ja irgendwann die Ideen ausgehen. Aber ein verliebtes Pärchen, das Scherben zusammenkehrt und dazu alle einlädt? Das gibt‘s längst nicht (mehr) alle Tage.Junggesellenabschied kann doch jeder

Die Planung

Jetzt, wo Ihr wisst, warum ein Polterabend die coole Alternative gegen den Trend ist, sollt Ihr auch erfahren, wie die Sache angegangen werden sollte.

Den Termin festlegen

Es muss nicht der Hochzeits-Vorabend sein

Traditionell wurde der Polterabend am Vorabend der Hochzeit gefeiert. Aus heutiger Sicht ist das wirklich blödsinnig:

  • Die Party geht meist bis in die frühen Morgenstunden
  • Am nächsten Tag sind alle übermüdet und/oder verkatert
  • Viele Locations müssen vom Mieter einen Tag nach der Feier geputzt übergeben werden.
  • Es steht immer im Raum, dass sich eine Schlüsselperson der Hochzeit beim Feiern übernimmt oder verletzt.

No, Sir. Am Vorabend der Hochzeit sollte das Brautpaar sich in Ruhe vorbereiten, nicht abfeiern.

Warum einige Wochen optimal sind

Einige Wochen vor dem Termin sind dagegen perfekt. Und zwar aus einem Grund: Die Planung eines Polterabends ist aufwändig. Und wenn das gleichzeitig mit der Hochzeitsplanung erledigt werden soll – gute Nacht. Das ist Stress pur. Wer jedoch die Party vorbereitet, bevor die heiße Hochzeitsphase beginnt, kann die Arbeit zumindest etwas staffeln.

Party on – bitte am Wochenende

Und auch, wenn es in der heutigen Zeit etwas aus der Mode gekommen ist (besonders bei Großstädtern), sollte die Feier an einem Freitag- oder Samstagabend steigen. Dann haben nicht nur alle Beteiligten frei und können lange feiern, sondern es bleibt auch mehr Zeit, die Bude wieder aufzuräumen.

 

Die Location – Für Städter

Lieber Vermieter…

Wer in der Stadt lebt, bei dem kann der Polterabend zuhause Probleme bereiten – welcher Städter wohnt schon im eigenen Haus mit Hof? Die Anfrage an den Vermieter ist deshalb so diffizil wie eine Bombenentschärfung – bloß wird sie oft abschlägig beschieden werden. Allein schon, weil die wenigsten Hausbesitzer wollen, dass in ihrem Hof kiloweise Scherben produziert werden.

Fuffies im Club – Scherben vor der Disco?

Eine Alternative könnte ein entsprechender Club sein. Doch um den nur für sich und seine Freunde zu mieten, sind hohe Sümmchen fällig. Zudem gilt auch hier: Je nach Lage wird die ganze Geschirrwerferei absolut undurchführbar.

Alternative Restaurant

Sinnvoller kann es da sein, den Saal eines Restaurants ins Auge zu fassen. Das ist nicht nur preislich eine Alternative, sondern auch, weil viele Restaurants auf solche Feiern eingestellt sind.

In Sachen (Getränke-) Auswahl sind Clubs und Restaurants natürlich unschlagbar – allerdings hat das bei entsprechnder Gästezahl auch seine finanziellen Schattenseiten…

In Sachen (Getränke-) Auswahl sind Clubs und Restaurants natürlich unschlagbar – allerdings hat das bei entsprechnder Gästezahl auch seine finanziellen Schattenseiten…

Die Location – Für LandeierAllerdings – Hands down – kann es auch für Städter eine Option sein, einfach an den Stadtrand zu blicken und sich die folgenden Varianten durch den Kopf gehen zu lassen.

Krawall in der Grillhütte

Praktisch jedes Dorf in Deutschland verfügt über eine Grillhütte. Etwas abgelegen kann hier wirklich nach Herzenslust der Bär steppen. Von allen Locations ist das vielleicht die beste Alternative. Denn hier kann alles gemacht werden. Den Vermieter (meist die Gemeinde) interessiert nur, dass hinterher die Hütte noch steht und alles sauber ist. Zudem: Die Preise sind meist extrem gering und in Sachen Verpflegung können die Partner alles unter sich ausmachen.

Scherben im eigenen Hof?

Wenn Ihr in den eigenen vier Wänden lebt und draußen genug Platz habt, ist die Sachlage natürlich klar: Im eigenen Hof poltern ist extrem günstig. Aber es hat auch seine Schattenseiten: Es beginnt schon damit, dass in der Nähe irgendeine Parkmöglichkeit für alle Gäste sein sollte und endet damit, dass der ganze Partydreck auf eurem Grund liegt.

Und was ist mit der Dorfkneipe?

Bleibt noch die Dorfkneipe. Und auch hier bieten sich viele Vorteile. Zwar handelt es sich dabei selten um trendige Event-Locations. Dafür aber hat man hier meist schon dutzende Polterabende und Hochzeiten ausgerichtet und ist auf alles vorbereitet. 

Die Gästeliste

Warum alle kommen sollten

Zwei Liebende wollen ihre Zuneigung „einbetonieren“ – allein das ist schon ein freudiges Ereignis. Und das sollten alle sehen. Vielleicht auch der grummelige Nachbar, der es nicht so mit den Zugezogenen hat – allein um zu sehen, dass es sich dabei um ganz normale Leute handelt.

Für die Kollegen

Doch es trifft auch den Kollegenkreis: Vielleicht steht der Chef nach der Zeremonie vor dem Standesamt und schüttelt Hände – das war es aber normalerweise auch schon. Auf dem Polterabend kann hingegen die ganze Abteilung abfeiern.

Die Einladung

Angesichts der Tatsache, dass viele kommen, müsst Ihr euch für den Polterabend nicht die gleiche Mühe wie bei der Hochzeit machen. Im Prinzip reichen ein Aushang in der Firma sowie mündliche Einladungen im Freundeskreis und der Nachbarschaft. Wer jedoch Kosten sparen und das Ganze zur BYOB-Party machen will, sollte das eindeutig kommunizieren.

Die Kosten

Miete Location

Mietkosten sind die größte Variable. Hier ist von kostenlos (zuhause, manche Grillhütten) bis zu mehreren hundert oder tausend Euro (Event-Location / Club) alles drin.

Essen & Trinken

Bei der Versorgung der Gäste gibt es jedoch einen Richtwert: Er bewegt sich zwischen 5 und 25 Euro pro Person. Je nachdem, mit wie vielen Gästen gerechnet werden muss. Das lässt aber keinen großen Spielraum mehr für Ausgefallenes. Allerdings muss zwar keine Vielzahl an Schirmchendrinks auf der Karte stehen, aber kleine Tricks sorgen immer schon für Hingucker: Seien es fruchtig bunte Eiswürfel, ausgefallene Serviettendekoration oder in Form geschnitzte Radieschen. Wichtig ist bei alldem lediglich: Es soll eine nette Ergänzung der Optik sein und weder viel Geld noch Zeit in Anspruch nehmen. Und beim Essen kann man auch auf Klassiker setzen, um die Kosten im Rahmen zu halten:

• Belegte Brötchen

• Frikadellen / Hackbraten

• (Grill-) Würstchen

• Salate aller Art (evtl. nach „Mitmach-Schema“)

• Brownies

• Muffins

• Cake-Pops (Mini-Küchlein am Stiel)

Solche Menüs lassen sich nicht nur mit wenig Aufwand und kostensparend unter Einbeziehung von Freunden und Familie herstellen, sondern vor allem auch zu einem Büffet zusammenstellen, das ohne weitere Aufsicht den ganzen Polterabend über aufgebaut bleiben kann.

Es kommen immer mehr als geplant

Und, das zeigt die Erfahrung: Es kommen immer mehr Gäste, als berechnet. Einer bringt einen Kumpel mit, der andere seine Freundin usw. Tipp: Achtet gerade bei den Getränken darauf, auf Kommission zu kaufen: Was übrig bleibt, kann zurückgegeben werden, danach wird die Rechnung gemacht. Und kauft genug – haltet euch lieber bei der Auswahl zurück. Auf einem Polterabend reicht je eine Sorte Bier und Sekt, das ist keine Luxus-Veranstaltung.

Nach dem Motto …

Ein Motto finden

Natürlich gibt es auch bei Polterabenden Mottos wie Sand am Meer. Aber im Gegensatz zum Junggesellenabschied, bei dem jemand anderes die Planung übernimmt, könnt Ihr hier selbst das Ruder in die Hand nehmen. Gute Mottos:

  • haben etwas mit gemeinsamen Interessen des Paars zu tun
  • nehmen Anleihen aus der Welt der Stars
  • orientieren sich am Datum (bspw. um den 31. Oktober als Halloween-Party oder an einem Freitag den 13. als Horrorparty)
  • haben ein Zeitreise-Thema (50er Jahre, Retro-Futurismus, Wildwest usw.)

Aber: Es geht auch vollkommen ohne Motto; beim Polterabend steht das Paar und das Feiern des gemeinsamen Glücks im Mittelpunkt – ein Motto lenkt eventuell nur ab. 

Bloß nicht trendy

Beim Poltern geht es heutzutage auch darum, gegen den Strom zu schwimmen. Deshalb gilt: Macht nicht unbedingt das nach, was Ihr gerade irgendwo im Fernsehen gesehen habt oder (noch schlimmer) was ein befreundetes Pärchen machte.

Die Durchführung

Alle sind eingeladen? Für Hunger- und Durstbekämpfung gesorgt? Dann geht es jetzt an die Feinarbeit.

Stichwort Musik

Und die beginnt mit dem wichtigsten Stimmungsmacher jeder Party: Der Mucke.

Miet-DJ?

Miet-DJs gibt es viele. Und sie haben einen Vorteil: Sie wissen meist ganz genau, was die Gästen hören wollen, um abzufeiern. Außerdem können sie flexibel reagieren, wenn die Party etwas einzuschlafen droht. Allerdings: Ein DJ kostet schnell hohe dreistellige Summen – und spielt dafür immer noch „bloß“ Musik ab.

Live-Band

Bands sind exklusiver. Aber: Ihr Repertoire ist meist beschränkt. Zudem: Kaum eine Band spielt von frühabends bis Open End – dazu müssten die Künstler hunderte Songs draufhaben. Livemusik kann deshalb nur Ergänzung sein und niemals Hintergrundbeschallung für den ganzen Polterabend.

Stimmung aus der Konserve

Außerdem muss eines im Blick bleiben: Wir haben 2016 und jeder auf seinem Rechner hunderte mp3s. Angesichts der Tatsache, dass ein Polterabend persönlich ist, liegt hier vielleicht die beste Alternative:

  • Das Paar kann gemeinsam eine richtig gute Playlist erstellen
  • Mietlautsprecher sind günstig und können an jeden Laptop angeschlossen werden
  • Selbst die längste Party kann dauerhaft beschallt werden
  • Es fallen praktisch keine weiteren Kosten an

Der einzige Nachteil besteht darin, dass der Rechner vor klickwütigen Gästen geschützt werden muss, die „genau jetzt ihren Song“ hören wollen.

Party und Spiele

Die Fotobox

Fotografen sind teuer– und allein auf die Smartphone-Fotokünste eurer Gäste wollt Ihr euch nicht verlassen. Die Alternativ: Fotoboxen – eine Kisten-Kamera, die die Gäste selbst auslösen können, um Selfies zu schießen – wer sie mietet, bekommt für rund 300 Euro eine Flatrate mitsamt Ausdrucken. Wird das mit Accessoires (Hüte, Brillen usw.) und einem Gästebuch verbunden, entstehen höllisch lustige Fotos und eine wunderschöne Erinnerung.

Nicht ohne Karaoke

Weiter oben war von Musik die Rede. Dabei wurde aber eines ausgelassen: Kein Polterabend sollte ohne Karaoke-Maschine auskommen. Nicht nur, weil das ein lustiger Zeitvertreib für alle ist, sondern weil es sich auch wunderbar in andere Spiele integrieren lässt.

Karaoke gehört einfach zu einem Polterabend dazu, denn es kann sowohl die Masse, als auch nur einzelne Gäste stundenlang beschäftigen und ist zudem auch noch ein klasse Wettbewerb.

Karaoke gehört einfach zu einem Polterabend dazu, denn es kann sowohl die Masse, als auch nur einzelne Gäste stundenlang beschäftigen und ist zudem auch noch ein klasse Wettbewerb

Tombola für die Hochzeitskasse

Und gerade hier bietet sich noch die Möglichkeit, die Kasse ein wenig aufzupeppen:

  • Für jeden Karaoke-Song muss ein Mini-Betrag (50 Cent) in die Kasse geworfen werden – die besten Karaoke-Sänger können etwas gewinnen.
  • Scherztombola: Es werden zunächst Lose verkauft (Rollen gibt’s im Party-Bedarf) und anschließend „ganz hochwertige Preise“ verlost (beispielsweise dreiteiliges Reisetaschen Set – in Wahrheit drei unterschiedlich große Plastiktüten oder ein Vier-Gänge-Menü bestehend aus Tütensuppe, Fertigspaghetti, Pudding und Instantkaffee).
  • Dance-Out-Tombola: Ein Tanzwettbewerb, aber mit dem entscheidenden Detail, dass jeder Teilnehmer ein Startgeld entrichten muss. Abgestimmt wird auch hier durch das Publikum.

Das Männerballett

Was wäre eine feucht-fröhliche Feier mit Oldschool-Charakter ohne Männerballett? Allerdings sind hier die Gäste gefragt, denn das Paar kann so etwas nicht planen – ein kleiner Wink an einen Freund, der das organisiert, reicht aber meist aus.

Ich packe meinen Flitterwochenkoffer…

Das Spiel „ich packe meinen Koffer“ kennen viele aus Kindestagen. Die Polterabend-Variante ist weniger jungendfrei. Hier geht es darum, tief in die Zotenkiste zu greifen. Und: Wer die Reihenfolge durcheinanderbringt, muss trinken. Der Vorteil: Das Spiel funktioniert auch, ohne dass alle Gäste mitmachen.

Der Polterbereich

Bitte absperren

Kommen wir zum zentralsten Punkt des Polterabends. Im eigenen Sinn deshalb ein guter Rat: Markiert einen bestimmten Bereich, in dem gepoltert wird mit Absperrband –sonst müsst ihr hinterher von überall Scherben aufsammeln.

Und immer weiter kehren

Wichtig ist neben dem Glück auch die Symbolik: Sooft ein Gast rausgeht, um zu werfen, muss das Paar ihm folgen und gemeinsam die Scherben zusammenkehren – das symbolisiert das gemeinsame Arbeiten in der Partnerschaft.

Da kommt ´ne Kloschüssel geflogen

Eine weitere Warnung: Ganz am Anfang war zu lesen, dass Polterabende in den 80ern langsam ausstarben. Aus gutem Grund: Es artete nämlich oft fürchterlich aus. Nicht selten nutzten Gäste die Gelegenheit, um alles, was aus Porzellan war, loszuwerden – darunter Kloschüsseln und Fliesenschutt. Irgendwann rückten sogar Leute mit Lastern voller Geschirr an – ein Albtraum für jedes Polter-Paar.

Deshalb ein guter Ratschlag: Wenn Ihr einladet, besteht darauf, dass die mitgebrachten Wurfgeschosse von einer Person transportiert werden können. Das verhindert zwar immer noch keine Lokusschüsseln, aber zumindest, dass Ihr zum Aufräumen eine Kehrmaschine mieten müsst.

 

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