Hochzeitsbräuche

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Hochzeitsbräuche 2017-10-17T09:54:35+00:00

Hochzeitsbräuche: Andere Länder, andere Sitten…

Die schönsten Hochzeitsbräuche aus aller Welt

Viktoria Gavrilina / shutterstock.com

Hier wird bei der Feier die Tradition gepflegt, dass Freunde und Verwandten die Braut und den Bräutigam küssen dürfen. Aber nur, wenn der andere Teil des Brautpaares den Raum verlässt. Macht sich also beispielsweise die Braut auf den Weg ins Bad um ihr Make-up nachzubessern, ist der Bräutigam für alle weiblichen Gäste zum Küssen freigegeben. Allerdings auch nur solange bis die Braut wieder den Raum betritt. Ein netter Brauch, für den sich bestimmt auch einige Hochzeitsgäste hierzulande begeistern könnten.

Einer der wohl bekanntesten Hochzeitsbräuche! Aus der viktorianischen Zeit stammt der Spruch: „Something old, something new, something borrowed, something blue.“ Demnach braucht eine Braut vier Dinge an ihrem Hochzeitstag, um eine glückliche Ehe zu beginnen. Etwas Altes soll den bisherigen Ledigenstatus symbolisieren, etwas Neues das künftige Leben als Ehefrau. Etwas Geborgtes steht für die Freundschaft und etwas Blaues für die ewige Treue der Eheleute. Neu ist meist schon das Hochzeitskleid, alt und geborgt können Schmuckstücke oder Accessoires von Verwandten und Freunden sein. Als etwas Blaues wird häufig ein hellblaues Strumpfband verwendet.

Bei vielen französischen Hochzeiten stellt sich die Braut in die Mitte des Festsaales und beginnt ihren Rock ganz langsam höher und höher gleiten zu lassen – und das ganz bewusst unter den Augen aller Gäste. Die männlichen Anwesenden bieten Geld für jeden Zentimeter mehr Bein, die Frauen versuchen, dagegen zu halten. Dieses Hin und Her endet, wenn letztendlich doch das Strumpfband sichtbar wird, das dann demjenigen überreicht wird, der den letzten Schein geboten hat. Das dabei erbrachte Geld geht an das Brautpaar. Früher wurde es verwendet, um den Schneider des Hochzeitskleids zu bezahlen.

Die Schotten pflegen einen Brauch, der offenbar sehr altem Aberglaube zu verdanken ist: Hier dürfen weder das Brautpaar noch die Gäste grüne Kleidung tragen, weil diese Farbe den „fairies“, den Elfen, vorbehalten ist und diese nicht verstimmt werden dürfen. Deshalb sind auch beim Hochzeitsmenü alle grünen Lebensmittel von der Karte gestrichen und es gibt weder Rosenkohl noch Brokkoli oder Salat. Eine Ausnahme gibt es aber doch: Im Brautstrauß darf ein wenig Grün miteingebunden sein. Dem dürfen die Elfen nichts entgegen setzen.

Hier glaubt man daran, dass es Glück bringt, einer Braut tief in die Augen zu sehen. Dieses Recht beanspruchen aber nicht nur die Gäste der Feier. Es kommt häufiger vor, dass jede Menge fremder Menschen am Haus der Braut anklingeln, um diese zu betrachten, ihr zu gratulieren und sich selbst eine kleine Portion Glück zu verschaffen.

Weitere Hochzeitsbräuche:

Brautstrauß-Werfen & Co.
Aus den USA kommt ursprünglich der Brauch, dass die Braut ihren Strauß in die Menge der unverheirateten, weiblichen Gäste wirft. Wer die Blumen fängt, wird die nächste Hochzeit feiern, sagt man. Auch in Deutschland ist dieses Ritual inzwischen weit verbreitet und viele Bräute sind heute gut darauf vorbereitet und haben eine kleine Kopie ihres Brautstraußes zum Werfen parat. So kann das große Original zum Trocknen aufbewahrt werden.
In den USA ist mit dem Wurf des Brautstraußes aber noch nicht Schluss. Auch unter den Männern muss der nächste Bräutigam ausgemacht werden. Deshalb muss der frischgebackene Ehemann seiner Braut das Strumpfband ausziehen und es zwischen die unverheirateten Männer werfen. Wer die Trophäe ergattert, muss mit der Brautstraußfängerin tanzen. So hofft man, vielleicht das nächste Hochzeitspaar zueinander zu führen.
In Polen gibt es diese Tradition ebenfalls in leicht veränderter Form. Hier wird statt dem Brautstrauß der Brautschleier und statt des Strumpfbands die Fliege des Bräutigam geworfen. Der Effekt, der den Symbolen zugesprochen wird, ist aber der selbe.

Finanzielle Zugabe
In Griechenland, wo oft noch das ganze Dorf an der Hochzeitsfeier teilnimmt, ist es üblich, dass nach der Trauungszeremonie ein Verwandter der Braut herumgeht und große und kleine Geldscheine von den Gästen sammelt. Diese werden dann der Braut ans Hochzeitskleid geheftet. Auch in den Philippinen wird die Kleidung des Brautpaars mit Geldscheinen dekoriert. Als Höhepunkt der Feier tanzen Braut und Bräutigam den „Geldtanz“, bei dem die Verwandten der beiden so viel Geld wie möglich an ihrer Kleidung befestigen. Daraus entsteht eine Art kleiner Wettstreit zwischen den Familien, aus dem aber auf jeden Fall die Verwandten des Bräutigams als Sieger hervorgehen müssen. Das ist wichtig für die zukünftige Harmonie zwischen den zwei Familien.

Machtkämpfe
Weltweit verbreitet ist die Tradition, dass das Brautpaar gemeinsam die Hochzeitstorte anschneidet und dabei beide das Messer fassen. Man sagt, wessen Hand dabei oben auf liegt, wird auch in der Ehe das Sagen haben. In Java wird die Frage, wer die herrschende Rolle in der Ehe spielen wird, ausgefochten, indem sich das Paar mit kleinen Beutelchen bewirft. Dominieren wird demnach der, der den anderen zuerst trifft. Von der Braut wird aber erwartet, dass sie es dem Bräutigam leicht macht, sie zu treffen.

>> Aberglaube an Hochzeiten