Heiraten mit Baby: So ist der Nachwuchs am großen Tag dabei

Wenn sich Paare in der heutigen Zeit für eine Hochzeit entscheiden, ist es gar nicht selten, dass die Kinder den großen Tag ihrer Eltern bereits miterleben, und zwar nicht nur, weil Mama schwanger zum Altar schreitet.

Wenn aus einem Paar bereits vor der Hochzeit eine Familie geworden ist, gehört natürlich auch der Nachwuchs am großen Tag dazu. Bei älteren Kindern ist das kein Problem, schließlich sind unter den Gästen der meisten Hochzeitsfeiern Kinder unterschiedlichen Alters aus der Familie oder dem Freundeskreis. Bei der Hochzeitsplanung auch die kleinen Gäste angemessen zu berücksichtigen, ist nicht schwer. Mit ein paar kindgerechten Extras und einer liebevollen Kinderbetreuung kann die ganze Familie gemeinsam feiern und den großen Tag genießen.

Ein bisschen mehr Planung ist allerdings erforderlich, wenn Braut und Bräutigam erst vor kurzem Eltern geworden sind. Damit das eigene Baby am Hochzeitstag ganz nah mit dabei sein kann, ist eine gute Vorbereitung erforderlich. Wir zeigen dir, wie du am diesem ganz besonderen Tag sowohl deinen eigenen als auch den Bedürfnissen deines Babys gerecht werden kannst.

Das richtige Brautkleid nach der Entbindung

Ein klassisches Schwangerschaftsbrautkleid wirst du wahrscheinlich nicht mehr benötigen, aber die meisten jungen Mamas haben wenige Monate nach der Entbindung noch nicht wieder zu ihrer alten Figur zurückgefunden. In einem sehr figurbetonten Modell wirst du dich in dieser Zeit wahrscheinlich nicht wohlfühlen. Außerdem kann es sich als Herausforderung erweisen, ein Brautkleid für den großen Tag genau anzupassen, da sich dein Körper in den letzten Wochen vor der Hochzeit noch einmal stark verändert.

Damit du ganz sicher sein kannst, dich in deinem Outfit wohlzufühlen, empfehlen wir dir, auf ein Modell mit bequemem Schnitt zurückzugreifen, das sich deinem Körper optimal anpasst. Es gibt beispielsweise Schnitte, die auch Bräuten in der frühen Schwangerschaft gut stehen und die Raum für ein langsam wachsendes Bäuchlein lassen. In solchen Modellen fühlt sich meist auch die stolze Mama mit ihrem After-Baby-Body pudelwohl. Für einen optimalen Sitz sorgen Stilelemente wie Schnürungen am Rücken oder im Seitenbereich oder Elemente wie Gürtel oder Schärpen. Damit lässt sich dein Traumkleid am Tag der Hochzeit perfekt an deine Figur anpassen, ohne noch große Änderungen vornehmen zu müssen.

Wichtig: Falls du dein Baby am Hochzeitstag noch stillst, solltest du dein Outfit so wählen, dass du dies jederzeit ohne großen Aufwand tun kannst. Starre Elemente wie Corsage oder Reifrock sind eher ungeeignet. Es gibt Schwangerschaftsbrautkleider, die speziell auf die Bedürfnisse stillender Mütter zugeschnitten sind und dir die Möglichkeit bieten, dein Baby jederzeit an einem ruhigen Ort anzulegen, ohne dich komplett umziehen zu müssen.

Was die Brautdessous angeht, empfehlen wir dir in einen hochwertigen Still-BH aus einem Fachgeschäft für Umstandsmode, der die Brust optimal stützt und jederzeit ein leichtes Anlegen deines Babys ermöglicht. Still-BHs gibt es durchaus auch in edlem Weiß oder Creme und in hübschen Designs, sodass du nicht auf schicke Dessous verzichten musst. Vielleicht ist es möglich, dein Brautkleid mit ins Wäschegeschäft zu nehmen, damit du dir einen passenden Still-BH zu deinem Outfit auswählen kannst. Übrigens, solltest du dir mindestens einen zusätzlichen Still-BH zum Wechseln gönnen, falls einmal ein Malheur passiert.

Du möchtest auf deiner Hochzeitsfeier nicht stillen müssen? Dann gibt es die Möglichkeit, ausreichend Muttermilch für die Mahlzeiten des Tages abzupumpen und mit dem Fläschchen zu füttern. Dazu sollte dein Baby allerdings daran gewöhnt sein, zumindest ab und zu eine Mahlzeit mit dem Fläschchen zu bekommen. Wertvolle Tipps für eine optimale Vorbereitung findest du zum Beispiel im Ratgeber von Medela.

Rückzugsräume schaffen

Die meisten Babys schlafen in den Monaten nach ihrer Geburt noch mehrmals am Tag. Ein vollgepackter Hochzeitstag lässt sich selten an die Schlafenszeiten eines Babys anpassen. Deshalb ist es wichtig, dass die Location genügend Rückzugsmöglichkeiten bietet. Am besten ist ein ruhiger Raum, der sich abdunkeln lässt und in dem das Baby jederzeit zur Ruhe kommen kann. Falls dein Baby schon gut allein schläft, kann ein Babyphone die Überwachung übernehmen, wenn der kleine Festgast eingeschlafen ist.

Optimalerweise ist auch zumindest eine improvisierte Wickelmöglichkeit vorhanden. Wenn du noch stillst, sorge dafür, dass in eurem Ruheraum auch ein geeigneter Platz für Babys Mahlzeiten vorhanden ist. Wird dein Baby mit der Flasche oder bereits mit Brei gefüttert, kann es hilfreich sein, sämtliche Utensilien für die Zubereitung und das Füttern schon vor der Feier bereitzustellen, damit helfende Hände sich gut zurechtfinden.

Am besten packst du ein paar Tage vor der Hochzeit auch für dein Baby eine Tasche, in der alle wichtigen Dinge enthalten sind:

  • Wickelutensilien
  • Wechselkleidung
  • Gegebenenfalls Zubehör für die Nahrungszubereitung
  • Wasserkocher oder Wärmvorrichtung für das Fläschchen oder Gläschen

Häufig kann der Veranstalter nach Rücksprache auch entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung stellen

  • Schnuller oder andere Einschlafhilfe
  • Babyphone und eventuell Ersatzbatterien
  • Sichere Schlafmöglichkeit
  • Kinderwagen für einen Spaziergang
  • Krabbeldecke
  • Spielzeug, Beißring, Rassel etc.

Mit diesen wichtigen Utensilien kannst du schon vor Beginn der Feierlichkeiten einen gemütlichen Rückzugsort für dein Baby einrichten, an dem es jederzeit bestens versorgt und betreut werden kann.

Für eine liebevolle Betreuung sorgen

Ob dein Baby an eurem großen Tag die ganze Zeit bei euch sein soll, oder ob ihr den kleinen Erdenbürger zeitweise in liebevolle Betreuung geben möchtet, liegt ganz bei euch. Die Entscheidung sollte für alle mit einem guten Bauchgefühl verbunden sein und hängt auch davon ab, wie ihr es bisher mit der Betreuung gehalten habt.

War euer Kind beispielsweise schon öfter bei Oma und Opa, wäre dies möglicherweise auch für die Hochzeitsfeier eine Option. So sind Großeltern zum Beispiel oft bereit, auf einen Teil der Feierlichkeiten zu verzichten und vielleicht erst nach der Trauung mit dem Baby nachzukommen, damit das Brautpaar die wichtigsten Momente des Tages völlig unbeschwert genießen kann.

Auch, wenn das Baby den großen Tag von Mama und Papa hautnah miterleben soll, ist es wichtig, dass das Brautpaar sich Freiräume schaffen kann, um dieses besondere Ereignis bewusst genießen zu können. Das bedeutet, dass sie keinesfalls allein für die Babybetreuung zuständig sein sollten. Am besten übt ihr schon im Vorfeld, wer am besten welche Tätigkeit übernehmen und euch unterstützen kann. Windeln wechseln können beispielsweise nicht nur Mama und Papa. Auch einen Spaziergang an der frischen Luft, das Fläschchen geben oder das Schlaflied vor dem Nickerchen können oft Oma und Opa oder die Tante übernehmen.

So etwas funktioniert natürlich meist nicht aus dem Stehgreif. Damit es an eurem großen Tag mit der Betreuung gut funktioniert, sollte diese neue Situation unbedingt vorher trainiert werden. Damit am Tag der Hochzeit alle Aufgaben klar verteilt sind und keine Konflikte und Unsicherheiten bestehen, sollten Braut und Bräutigam sich im Vorfeld die Zeit nehmen, um die Betreuung des Babys mit den entsprechenden Vertrauenspersonen genau durchzusprechen. In diesem Zusammenhang können Aufgaben verteilt und wichtige Details in Ruhe besprochen werden. So können alle dem Festtag entspannt entgegensehen.

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