Gemeinsames Konto nach der Hochzeit?

Eine Hochzeit ist nicht nur der formale Start in einen neuen Lebensabschnitt, sondern auch der Beginn einer gemeinsamen finanziellen Zukunft. Viele Paare ändern die Steuerklasse, Versicherungen können zusammengelegt werden, die gemeinsame Vorsorge für schlechte Zeiten und das Alter beginnen.

Nicht wenige denken auch über ein Gemeinschaftskonto nach. Das hat zwar viele Vorteile, birgt aber auch Risiken. Es gibt außerdem eine Reihe von Dingen, die zu beachten sind. Nicht allen wird ein Gemeinschaftskonto empfohlen, wie girokontovergleich.eu bestätigt.

Was ist ein Gemeinschaftskonto eigentlich genau?

Das Gemeinschaftskonto regelt das Verhältnis zur Bank. Es bedeutet in keinem Fall, dass das Geld auf dem Konto beiden Ehepartnern zu Hälfte gehört. Das müssen Paare unter sich klären.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Gemeinschaftskonten: Zum einen das Und-Konto und zum anderen das Oder-konto. Bei einem Und-Konto können jegliche Art von Verfügungen nur gemeinschaftlich durchgeführt werden. Bank- oder Kreditkarten werden bei einem Und-Konto nicht ausgestellt.

Für Ehepaare sind Und-Konten daher in der Regel nicht geeignet. Von einem Oder-Konto wird gesprochen, wenn beide Ehepartner als Kontoinhaber unabhängig voneinander über das Geld auf dem Konto verfügen können.

Niemand muss den anderen also um Erlaubnis fragen. Kreditkarten und Girokarten können jedem Partner ausgestellt werden. Es kann jedoch keiner der Ehepartner allein auf Basis der Kontoverbindung einen Kredit aufnehmen oder einen bestehenden Kredit ändern.

Vorteile des Gemeinschaftskontos

Der sicherlich größte Vorteil ist, dass im Bedarfsfall jeder getrennt voneinander über das Kontoguthaben verfügen kann. Es müssen schließlich auch Einkaufe erledigt und Rechnungen bezahlt werden, wenn der andere einmal auf Dienstreise ist oder vielleicht im Krankenhaus liegt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass in der Regel weniger Gebühren für die Kontoführung anfallen als wenn zwei getrennte Konten geführt werden. Die Ersparnis kann aufgrund der kundenunfreundlichen Gebührenpolitik vieler Banken bis zu hundert Euro im Jahr betragen.

Pfändungen und Mithaftung

Das Oder-Konto bringt in gewissen Situationen auch Nachteile mit sich. Nicht jede Ehe verläuft harmonisch und Charaktere können sich im Laufe der Zeit ändern.

Bei einem Gemeinschaftskonto ist es durchaus möglich, dass ein Partner Verfügungen vornimmt, ohne dass der andere Ehepartner diese mitträgt. Abhebungen des anderen werden. Selbst für Kontoüberziehungen des anderen besteht eine Mithaftung. Die Bank könnte im schlimmsten Fall der Nichtrückzahlung sogar Lohnpfändungen bei beiden Ehepartnern durchführen.

Ein anderes Problem sind durch einen der Ehepartner allein abgeschlossene Kredite, etwa wenn dieser selbständig ist und eine Firma hat. Werden diese nicht bedient, ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, dass Gläubiger auf das Gemeinschaftskonto zugreifen und eine Pfändung vornehmen lassen.

Für die Bank und die Gläubiger kommt es nicht darauf an, wem welcher Teil des Geldes auf dem Konto gehört. Sie können bis auf einen nicht pfändbaren Teil das gesamte Guthaben pfänden lassen. Wenn also ein Ehepartner eine Firma hat, die keine beschränkte Haftung besitzt, wird geraten es bei getrennten Konten zu belassen. Der Ehepartner haftet dann nicht für die Schulden des anderen mit, wenn er Verträge nicht selbst mitunterschrieben hat oder als Bürge herangezogen wurde.