Erinnerungen an den schönsten Tag: Aufbewahrung und Präsentation von Hochzeitsandenken

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Selbst der schönste Tag im Leben geht irgendwann vorbei und auch wenn die Erinnerungen an ihn für den Rest des gemeinsamen Lebens im Gedächtnis von Braut und Bräutigam (und sicherlich im Gedächtnis der Gäste) bleiben, gibt es nach der Hochzeit immer das eine oder andere Erinnerungsstück, das die Vermählten von Zeit zu Zeit gerne noch einmal hervorholen, um genau diese Erinnerungen aufleben zu lassen. Damit die Andenken an den schönsten Tag aber nicht in irgendeinem Karton in einer dunklen Ecke des Speichers Staub ansetzen, sollten sie angemessen verstaut werden.

Die wichtigsten Fragen, die sich die frischgebackenen Eheleute für die richtige Aufbewahrung der Erinnerungsstücke vorab stellen müssen, lauten:

  • Was genau heben wir da eigentlich auf und wie machen wir das am besten?
  • Wollen wir das ganz klassisch oder werden wir doch ein bisschen kreativ?

Grundsätzlich könnten die Ehepartner selbstverständlich auch übereinkommen, dass die praktikabelste Lösung eine große Kiste ist, in die alle Andenken an die Hochzeit hineinpassen. Dabei muss möglicherweise das Tetris-Prinzip angewendet werden, aber irgendwie geht schon alles rein und wer weiß, wie oft der Kram überhaupt noch mal ans Licht geholt wird.

Für gewöhnlich verbinden sich mit den Andenken aber nicht nur schöne Erinnerungen, sondern auch Emotionen. Es dürfte daher eine nicht unerhebliche Portion Sentimentalität mit den einzelnen Stücken verbunden sein, ganz gleich, ob es sich um Fotografien, Dekorationselemente oder das Brautkleid handelt. Ein anderer Umgang ist also erforderlich, damit alles in angemessener Weise einen Platz findet.

Der Grad an Kreativität, den die Ehegatten dabei an den Tag legen, sind einerseits Motivation und andererseits ein wenig abhängig vom jeweiligen Talent. Da sich mit etwas Einsatz aber auch sonst eher klassische Aufbewahrungsmittel ganz individuell gestalten lassen, lohnt er sich in jedem Fall.

Fotos

Keine Hochzeit ohne Fotos. Ein solcher Tag kommt niemals wieder und für das Brautpaar ist er für gewöhnlich mit einer gewissen Reizüberflutung verbunden. Außerdem haben Braut und Bräutigam normalerweise nur Augen für sich und deshalb sind die Erinnerungen zwar schön und unvergesslich, aber manchmal auch ein wenig bruchstückhaft. Daher sind Fotos das gängigste und meist schönste Mittel, um dem Gedächtnis nach der Hochzeit wieder auf die Sprünge zu helfen.

Manches Hochzeitsfoto ist einfach zu schön, um es nicht immer wieder vor Augen haben zu wollen. / Bild 2: fotolia.com © IVASHstudio

Und genau aus diesem Grund wäre es allzu schade, wenn sie lediglich in einer Kiste oder auf einem USB-Stick verschwänden. Die wohl klassischste Variante um die Hochzeitsfotos hübsch aufzubereiten ist das Fotobuch. Heutzutage kann man seiner kreativen Art einfach selber freien Lauf lassen und nach freiem Belieben sein Fotobuch selber gestalten und zusammenstellen. Klassisch sollte aber auf gar keinen Fall mit langweilig verwechselt werden, denn durch die zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten entstehen ganz einzigartige Werke, vom Hochzeitsstory-Bildband bis hin zur Behind-the-Scenes-Dokumentation. Trotzdem ist das Thema Hochzeitsfotos damit natürlich noch lange nicht ausgeschöpft.

  • Auf Leinwand. Manchmal gibt es dieses eine Motiv, das all die Freude und Liebe der Hochzeit in einem einzigen Bild einfängt. Dieser im Foto eingefangene Moment sollte dann aber auch eine entsprechende Würdigung erfahren, indem er beispielsweise auf eine großformatige Leinwand aufgezogen wird.
  • Als Collage. Die andere Herangehensweise ermöglicht es, mehrere Augenblicke der Hochzeit zu einem Werk zusammenzubringen. Bei einer Collage können die Brautleute die schönsten Motive aussuchen und so ein Arrangement kreieren, das wie eine kleine Foto-Lovestory wirkt.
  • Im Andenkenrahmen. Mit einem ausreichend tiefen Rahmen besteht außerdem die Möglichkeit, dem Foto noch einige andere Andenken der Hochzeitsfeier hinzuzufügen. Tischkarten oder ein paar Blüten vom Brautstrauß. Also all die kleinen Dinge und Details, die ihren Teil dazu beigetragen haben, den Tag unvergesslich zu machen. Aus dem Fotorahmen wird so ein kleiner Schaukasten mit Erinnerungsstücken.

Für ein „Problem“ in Bezug auf die vielen Fotos, die auf einer Hochzeit üblicherweise entstehen und anschließend weitgehend ungesehen auf den Smartphones der Gäste bleiben, gibt es übrigens eine einfache Lösung: Per App ist es nämlich ganz leicht möglich, Bilder zu sammeln und zu tauschen. Auf diese Weise könnt ihr wirklich alle Bilder von eurer Hochzeit zusammentragen und gleichzeitig direkt auch den teilnehmenden Gästen präsentieren. Somit erspart man sich auch das zeitaufwendige Nachfragen wer noch Fotos zur Sammlung beitragen könnte.

Glückwunschkarten

Nicht nur Glückwunschkarten, sondern auch Einladungen, Tisch- und Menükarten sind Erinnerungsstücke an den schönsten Tag. / Bild 3: fotolia.com © Christian Schwier

Anders als bei Geschenken, die danach ihren Platz im alltäglichen Leben finden, stellt sich im Fall von Glückwunschkarten nach dem Lesen und der Freude über die guten Wünsche für den Start – und den Rest – des Ehelebens mehr oder weniger zwangsläufig die Frage, was mit ihnen geschehen soll. Nüchtern betrachtet haben die Karten ja ihren Zweck erfüllt, sobald sie gelesen wurden, allerdings gehören sie ohne Zweifel zum Erinnerungsschatz dazu und sind noch dazu eine sehr persönliche Angelegenheit.

Dennoch landen die Glückwunschkarten vermutlich in einem Großteil der Fälle in einer Schachtel oder Aufbewahrungsbox. Da mag es inzwischen auch unglaublich hübsche Exemplare geben, aber es bleiben doch Kisten, in die die Karten hineingelegt werden. Und Kisten haben die Angewohnheit, in einem Regal zu verschwinden und kaum noch Beachtung zu bekommen. Damit all die lieben Wünsche nicht dieses Schicksal ereilt, sollten sie vielleicht etwas kreativer und auffälliger in Szene gesetzt werden. Im besten Fall sogar im Stil der Hochzeit:

  • Laternen oder Windlichter. Zugegeben, ihre ursprüngliche Aufgabe sollten die Laternen und Windlichter nicht mehr erfüllen. Ihren dekorativen Charakter behalten sie aber trotzdem und bieten außerdem den Karten ein schickes Zuhause. Je nachdem, wie reichlich die Hochzeitspost eingegangen ist, kann sogar ein Ensemble aus unterschiedlich hohen Windlichtern zusammengestellt werden. Die umfunktionierten „Briefkästen“ können außerdem mit Deko-Elementen vom Hochzeitstag aufgehübscht werden – garantiert ein Blickfang!
  • Holztruhe oder Picknickkorb. Vintage- und Boho-Hochzeiten sind beliebte Trends, wenn es um das Heiraten in einem bestimmten Stil geht. Dazu lassen sich jeweils passende Aufbewahrungsmöglichkeiten finden. Eine nostalgisch angehauchte Holztruhe mit romantischen Mustern fängt wunderbar das Flair einer Vintage-Hochzeit auf, während ein Picknickkorb vollkommen zur Leichtigkeit und Naturverbundenheit einer Boho-Hochzeit passt. Geht aber selbstverständlich für jede Hochzeit.
  • Mailbox. Einen gewissen nostalgischen Charakter kann man auch den typisch amerikanischen Briefkästen nicht absprechen, wie man sie aus Filmen kennt. Hierzulande sind sie eher ungewöhnlich und damit auch bestens als auffälliges und interessantes Deko-Stück geeignet. Abgesehen davon bieten sie ausreichend Platz für alle Glückwunschkarten und können außerdem mit ein Wenig künstlerischem Talent ganz nach Belieben hergerichtet werden.

Brautkleid

Das Brautkleid kann auch für mehr als einen Tag ein modisches Highlight sein. / Bild 4: fotolia.com © fesenko

Es ist DAS wichtigste Stück bei der Hochzeit, was nicht zuletzt daran liegt, dass es nur einen einzigen Auftritt hat. Eigentlich viel zu schade für das Hochzeitskleid und das gilt auch für das übliche Prozedere nach der Hochzeit, das eine ordentliche Reinigung vorsieht, bevor es dann im Schrank eingelagert wird. Dabei wäre es doch viel schöner, wenn sich der stoffgewordene Traum auch über den Hochzeitstag hinaus präsentieren ließe.

  • Etwas Altes, etwas Neues. Brautkleider sind für einen sehr speziellen und nicht alltäglichen Anlass gemacht. Das muss nach der Hochzeit allerdings nicht so bleiben. Einziger Nachteil: Selbst unter Zuhilfenahme professioneller Hilfe dürfte sich längst nicht jedes Hochzeitskleid dafür eignen, in einem neuen Design wiederbelebt zu werden. Trotzdem ist es eine Überlegung wert, das einmalige Stück zu einem immer noch einzigartigen, aber zu verschiedenen Gelegenheiten tragbaren Kleid umnähen zu lassen. Eventuell sogar mit einem kleinen Farbspritzer.
  • Für die nächste Generation. Ähnlicher Ansatz, vollkommen anderer Hintergrund. Das Brautkleid kann für die nächste Generation zum Taufkleid umfunktioniert werden, zumindest in Teilen. Rock, Unterrock und Schleier bieten jedenfalls genug Material, um daraus ein bezauberndes Kleidchen für die Taufe zu zaubern. In Anbetracht der Tatsache, dass Trash the Dress-Shootings inzwischen auch hierzulande ein wachsender Trend sind, ist das aber unter Umständen eine echte Alternative, wenn das Kleid schon dran glauben muss.

Natürlich gibt es noch einige Möglichkeiten mehr, die es rechtfertigen, das eingelagerte Kleid mal wieder aus dem Schrank hervorzuholen. Noch relativ unbekannt dürften Brautkleider-Bälle sein, zu denen sich Ehepaare in ihren Hochzeitsklamotten treffen. Abgesehen davon ist der Hochzeitstag ein immer wiederkehrender Anlass, das Hochzeitskleid auszupacken und sei es auch nur, um in Erinnerungen zu schwelgen.

Brautstrauß

Richtig präpariert ist der Brautstrauß auch lange nach der Hochzeit ein dekoratives Erinnerungsstück. / Bild 5: fotolia.com © alicefotografa

Normalerweise verlässt der Brautstrauß im Laufe der Hochzeitsfeierlichkeiten den Besitz der Braut und scheidet somit als Erinnerungsstück aus. Das muss allerdings nicht zwingend so sein, denn wenn standesamtlich und kirchlich geheiratet wird, kommt es nur einmal zum Straußwurf. Außerdem gehen viele Bräute mittlerweile dazu über, zu diesem Anlass einen zusätzlichen Strauß binden zu lassen.

Bleibt also nur noch die Frage, wie die Blumengebinde am besten konserviert werden. Die üblichen Vorgehensweisen sind dabei:

  • Trocknen. Dazu wird der Strauß mit den Blüten nach unten an einem Faden aufgehängt, vorzugsweise an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort. Für ein optimales Ergebnis sollte der Strauß zwischen einem und zwei Monaten so getrocknet werden. Da die trockenen Blüten brüchig werden, sollten sie mit Klarlack oder Haarspray eingesprüht werden. Etwas schneller geht es wahrscheinlich mit Trockenpulver.
  • Pressen. Diese Methode funktioniert natürlich nur mit den einzelnen Blüten des Brautstraußes und ist recht aufwändig. Die Blumen werden zwischen mehrere Lagen Zeitungs- oder Löschpapier gelegt und mit einem Stapel schwerer Bücher gepresst. Allerdings muss das Papier jeden Tag gewechselt werden, um auch wirklich die ganze Feuchtigkeit aus den Blumen zu bekommen.
  • Wachsen. Wenn den Blüten die Flüssigkeit entzogen wird, verlieren sie leider auch ihre Farbenpracht. Mit Bastelwachs lässt sie sich allerdings erhalten. Dazu wird das Wachs auf ungefähr 60 Grad erhitzt und der Strauß eingetaucht und am Stiel gedreht, bis er vollständig mit Wachs überzogen ist. Anschließend nur noch vorsichtig zum Trocknen aufhängen.
  • Potpourri. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass besonders die Trocken-Variante nicht das gewünschte Ergebnis erzielt. Wird der Strauß nicht rechtzeitig aufgehängt, wird er nämlich platt und verliert seine Form. Allerdings können die Blüten selbst dann noch zu einem einzigartigen Kunstwerk werden, das sich zudem noch sehr viel leichter an einem passenden Ort anbringen lässt. Zum Beispiel neben den Hochzeitsbildern.

 

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