Eine Hochzeit ist ein Bund, der sich vor allem auf die Zukunft auswirkt. Schließlich gehen zwei Menschen von nun an gemeinsam durchs Leben und gründen vielleicht sogar eine Familie. Kein Wunder, dass immer mehr Paare etwas gegen den Klimawandel tun wollen. Eine nachhaltige Hochzeit ist der erste Schritt auf diesem Weg – und steht anderen Festen in nichts nach.

Immer mehr Paare denken bei der Hochzeit an die Natur. (Quelle: Scott Webb on Unsplash)

  1. Emissionsfrei zur Kirche

Nicht wenige Paare entscheiden sich auch in der heutigen Zeit noch für das klassische Hochzeitsauto. Oftmals werden Oldtimer oder Sportwagen gemietet, um das Paar zur Kirche oder auch vom Ort der Trauung zur Feierlocation zu bringen. Das allerdings sorgt für den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen und ist alles andere als nachhaltig.

Paare, die etwas hiergegen tun möchten, entscheiden sich am besten für nachhaltige Alternativen. Es gibt inzwischen tolle Möglichkeiten, die Strecken zwischen Trauung und Feier klimaschonend zu überbrücken. Von der Rikscha mit Fahrer über ein Tandem bis hin zur Pferdekutsche sind nachhaltige Möglichkeiten oft sogar besonders romantisch.

  1. Einmalgeschirr, nein danke!

Es kommt nicht selten vor, dass auf Hochzeitsfeiern an verschiedenen Stellen Einmalgeschirr genutzt wird. Kunststoff aber ist alles andere als nachhaltig und sollte im alltäglichen Leben so weit wie möglich gemieden werden. Auch auf der Hochzeit ist das ein Thema und kann ganz einfach umgesetzt werden.

Inzwischen nämlich gibt es verschiedene Alternativen zu Kunststoffgeschirr. Ein gutes Beispiel sind die Palmblattteller, die Pleta in Nepal herstellen lässt. Diese gibt es sogar in Herzform, was auf der Hochzeit und auch auf Polterabenden sicherlich gut ankommt. Nach der Verwendung verbleiben die Teller nicht ewig in der Umwelt. Das natürliche Material ist vollständig abbaubar.

  1. Ein Kleid für nur einen Tag?

Das Brautkleid ist zweifellos ein absolutes Muss für die meisten Frauen. Es symbolisiert die Besonderheit dieses Tages und sorgt dafür, dass sich die Braut wunderschön fühlen kann. Wirklich nachhaltig sind Brautkleider jedoch nicht unbedingt, denn sie werden nur an einem einzigen Tag getragen und hängen dann meist jahrelang im Schrank. Letzten Endes folgt auf das einmalige Tragen irgendwann die Entsorgung. Das ist mehr als nur ärgerlich und ein echtes Symbol für Ressourcenverschwendung.

Das Brautkleid als Alltagsbegleiter: Warum nicht? (Quelle: Wu Jianxiong on Unsplash)

Anders sieht das natürlich aus, wenn ein Brautkleid nicht nur an der Hochzeit getragen werden kann. Bei der Auswahl des Modells können nachhaltig orientierte Frauen darauf achten, alltagstaugliche Schnitte zu wählen, die ihnen auch bei anderen Anlässen gut stehen und nicht „overdressed“ wirken. Auch immer mehr Modedesigner spezialisieren sich darauf: die Modemacher von Ana Alcazar in München z.B. betonen, dass ihre Standesamtkleider ohne aufwändiges Umnähen bei vielen festlichen Anlässen getragen werden können. So bleibt das gute Stück länger ein aktiver Lebensbestandteil und ist sein Geld gleich mehrfach wert. Daneben werden alle Modelle in der EU gefertigt, lange Transportwege fallen weg. Anbieter wie Elementar gehen noch einen Schritt weiter und legen ihr gesamtes Geschäftsmodell auf Nachhaltigkeit aus: Vegan, Bio, Fairtrade und in Deutschland hergestellt ist das Motto der Brautkleid-Designer aus  Niedersachsen.

  1. Pflanzlich schlemmen

In seinem Buch „Wir sind das Klima“ schreibt der Autor Jonathan Safran Foer darüber, dass sich der Klimawandel nicht mehr aufhalten lässt, wenn Menschen weiterhin viele Tierprodukte konsumieren. Milch, Fleisch, Ei & Co. sind tatsächlich echte Klimakiller, denn sie sorgen für den Ausstoß besonders schädlicher Treibhausgase, benötigen viel Land und werden sehr ineffizient produziert. Nur konsequent ist es daher, eine nachhaltige Hochzeit ohne Tier stattfinden zu lassen.

Das Buffet muss selbstverständlich nicht kahl wirken: Pflanzliche Ernährung kann mehr als Salat und Brokkoli. Wer sich schon einmal damit beschäftigt hat, findet zahlreiche großartige Dinge wie Cremetorten, Fingerfood, Luxus-Hauptgerichte und Pralinen, in den keine einzige tierische Zutat zu finden ist.

  1. Luftballons, Flitter und Co. keine Chance geben

In den vergangenen Jahren war es üblich, auf Hochzeiten Luftballons fliegen zu lassen, das Brautpaar mit Flitter aus Kunststoff zu überschütten oder mit viel Plastik zu dekorieren. Im Zuge des Nachhaltigkeitswandels aber sind diese Dinge keine guten Ideen mehr. Genauso sollte auf ein Feuerwerk verzichtet werden, da es nicht nur umweltschädlich ist, sondern auch eine große Gefahr für Tiere darstellt.

Dekorieren mit Glas und Natur: Wunderbar nachhaltig. (Quelle: Annie Spratt on Unsplash)

Alternativ können Paare mit wiederverwendbaren Dingen und nachhaltigen Materialien dekorieren. Wildblumen, Glasvasen, Schnur aus Hanf, Konfetti aus Laub und Stoffservietten verringern die Menge an Abfall, die bei der Hochzeit entsteht, erheblich. Zusätzlich wirken diese Dekoelemente tausendmal schöner als gewöhnliche Alternativen.

  1. Sinnvoll wünschen

Verschwendung und Überfluss treiben den Klimawandel voran. Es ist daher nur richtig, wenn sich Paare nicht dem wilden Wünschen hingeben, sondern ihre Gäste zu sinnvollem Schenken anregen. So können Geldgeschenke eine gute Idee sein. Hier entscheidet das Paar nach der Hochzeit, was es wirklich braucht und kann einen Teil des Geldes spenden.

Wer dennoch nicht nur Geld geschenkt bekommen möchte, sollte eine Liste erstellen, die an die Hochzeitsgäste verteilt werden kann. Auf dieser Liste finden sich Dinge, die im Haushalt des Brautpaares wirklich benötigt werden. So kommt es gar nicht erst zu einer Flut an Präsenten, die eigentlich niemand haben möchte. Das entlastet nicht nur die Umwelt.

  1. Umweltfreundlich flittern

Nach der Hochzeit geht es meist in die Flitterwochen. Hier beginnt für nachhaltig denkende Paare jedoch ein Bereich, in dem die allgemeine Ausrichtung so gar nicht ihren eigenen Vorstellungen entspricht. Eine Fernreise mit dem Flugzeug ist in der jetzigen Zeit ein Vorhaben, das angesichts der Geschehnisse rund um den Klimawandel für viele Menschen nicht mehr tragbar ist. Manche Paare entscheiden sich daher für Kurzstreckenziele, um ihr CO2 Budget nicht allzu sehr zu belasten.

Eine gute Idee ist dabei grundsätzlich das Kompensieren der geflogenen Kilometer, wie es bei atmosfair.de möglich ist. Und will ein Paar gar nicht in den Flieger steigen, kann eine Zugreise die perfekte Alternative darstellen. Dank des gut ausgebauten Schienennetzes lassen sich viele Ziele innerhalb Europas problemlos erreichen.