Klar ist es am einfachsten, ein paar Geldscheine in ein Kuvert zu packen, und dem frischvermählten Brautpaar so mit der Finanzierung der Hochzeit zu helfen. Doch nicht jeder möchte Geld schenken. Wer sich gegen die sichere Bank in Form von Bargeld entscheidet, kann auf einen Hochzeitstisch oder eine Wunschliste des Paares hoffen. Dort liegen (meist in virtueller Form) alle Geschenke, die das Paar sich wünscht. Sobald sich ein Gast für ein Geschenk entschieden und es beispielsweise bei Amazon gekauft hat, verschwindet es auf der Liste. Das vermeidet doppelte Käufe und doppelte Geschenke. Doch was, wenn es keinen Geschenketisch gibt und die Liste der originellen Geschenkideen nicht das passende hergibt? Dann ist die Suche nach dem passenden Geschenk ein Stück weit Glücksache – bei dem es gilt die folgenden Fettnäpfchen zu umschiffen.

So landen Gäste mit ihrem Geschenk einen Volltreffer

Am einfachsten gestaltet sich die Suche nach dem passenden Präsent sicherlich für diejenigen, die das Paar gut kennen. Doch auch mit einer großen Menge an Schenkenden und jeder Menge Kreativität kann das Überraschungsgeschenk zum Volltreffer werden.

Tipp 1: Gemeinsam größer schenken

Geht der Freundeskreis oder der Verein geschlossen zur Hochzeit, ist es denkbar zusammenzulegen, um ein teureres Geschenk übergeben zu können. Zu den beliebtesten „großen“ Geschenken zählen moderne Küchengeräte, wie etwa der Kenwood Cooking Chef, die Eismaschine von Springlane, der Kaffeevollautomat von Jura oder der Thermomix von Vorwerk. Diese Präsente haben den Vorteil, dass sie eindeutig benannt werden können. Bei einem „großen Kühlschrank“ ist das schon schwieriger. Lange Zeit wurde so der Side-by-Side-Kühlschrank nach amerikanischem Vorbild und mit Eisspender bezeichnet, doch auch ein French-Door-Kühlschrank fällt in die Rubrik der „großen“ Kühlschränke. Große technische Geräte können also nur dann verschenkt werden, wenn die Wünsche ein-eindeutig bekannt sind.

Tipp 2: Geschenk und Einlage in einem Aufwasch

Um die Gäste während der Hochzeit nicht nur mit Essen, Getränken und Musik zu beschäftigen, sondern auch ein wenig Unterhaltung zu bieten, gibt es häufig einen Mix aus Musik, Einlagen und Spielen. Wer kreativ genug ist, kann Einlage und Präsent in einem Aufwasch schenken. So könnte die „Lieblingsgeschichte“ des Paares beispielsweise in Mundart vorgetragen werden. Immer wenn der Sprecher dann ein bestimmtes Schlüsselwort nennt, wird ein entsprechendes Geschenk überreicht – beispielsweise ein Cocktail, ein Cocktail-Mix-Set oder ein Cocktail-Buch, wenn das Paar sich an der Cocktailbar kennengelernt hat. So wächst der Geschenkeberg des Paares vor allem um Präsente, die an die eigene Geschichte erinnern. Wer weiß, dass das Paar Spaß versteht, kann auch eine frechere Einlage wählen. So könnte die Geschichte um Konservendosen (als Alternative zu mangelnden Kochfähigkeiten) kreisen, die einzeln übergeben werden. Der Haken an der Sache ist dann nur, dass vorher das Etikett gelöst wird, so dass das Paar später nicht mehr nachvollziehen kann, welches Essen sich in der Dose befindet. Im besten Fall gibt es für das Paar nicht nur einen Berg Konservendosen, sondern vielleicht am Ende auch einen Gutschein zum Candle-Light-Dinner – für den Fall, dass der Inhalt der Konservendose nicht eindeutig zugeordnet werden kann.

Tipp 3: Ein Präsent in Rätselform

Ein Geschenk in Rätselform kann als Einlage während der Feier arrangiert werden oder das Paar nach der Hochzeitsfeier beschäftigen. Denkbar sind alle möglichen Rätselvarianten – von Quiz über Sudoku bis hin zu Kreuzworträtsel und Memory. Wer möchte, könnte sogar eine Schnitzeljagd initiieren, bei der sich in jedem Umschlag ein weiteres Rätsel versteckt, das dann den Weg zum nächsten Hinweis liefert. Am Ende der „Rätsel-Reise“ kann das Paar dann zu einem Versteck mit einem größeren Geschenk gelotst werden oder im letzten Umschlag steckt des Rätsels Lösung beispielsweise mit Gutschein.

Achtung: Bei diesen Geschenken ist das Risiko eines Fehlgriffs hoch

Grundsätzlich ist die Gefahr größer, mit dem Präsent falsch zu liegen, als es richtig zu machen. Dieses Risiko fällt mit dem Bekanntheitsgrad der Schenkenden und der Beschenkten. Deswegen geht es nun um die „Dont’s der Hochzeitsgeschenke“, die verhindern sollen, dass Braut und/oder Bräutigam sich nicht über ihr Geschenk freuen oder gar schlimmer noch traurig oder enttäuscht über das Präsent sind.

Tipp 1: Bei der Geschenkewahl an beide denken

Paare müssen nicht zwingend dieselben Interessen haben, um miteinander glücklich zu sein. Wohl aber sollte das Geschenk zur Hochzeit doch beiden gefallen. Das bedeutet: Eine neue Boulder-Ausrüstung im Paar-Design oder eine Offroad-Tour mit dem Quad ist nur dann eine gute Idee, wenn beide dieses Hobby auch praktizieren und teilen. Dasselbe gilt übrigens für die Wahl von physischen Geschenken: Küchen-Equipment ist nur dann „erlaubt“, wenn beide diese Anschaffung auch ohne Ehering am Finger getätigt hätten.

Tipp 2: Geschenke dürfen keine Forderungen stellen

Geschenke zur Hochzeit sollen Freude machen und nicht belehren, maßregeln oder triezen. Das bedeutet auch: Eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio ist für das unsportliche Brautpaar, das liebend gerne gemeinsam Filme auf der Couch sieht, die falsche Wahl. Auch ein Fitnessgerät für den Keller ist nur dann ein gutes Geschenk zur Hochzeit, wenn sowohl der Platz vorhanden als auch der Wunsch im Raum steht, den Keller als Fitnessraum zu nutzen.

Tipp 3: Geschenke dürfen kein Sprung ins Fettnäpfchen sein

Wenn das Paar nicht nur frischgebackenes Ehepaar ist, sondern auch erst kürzlich Eltern geworden ist (oder in Kürze die Geburt des Nachwuchses ansteht), ist die Dauerkarte für den Lieblings-Fußballverein sicherlich keine gute Wahl. Denn das beschert dem Paar ein Dilemma: Entweder nur ein Partner kann sich das Spiel ansehen oder es wird regelmäßig die Suche nach einem geeigneten Babysitter im Raum stehen. Das bedeutet mehr Stress als dass sich die Paare über ihr Präsent freuen werden. Ein Ausweg aus diesem Dilemma könnte sein, dem Paar direkt einen Babysitter-Gutschein beizulegen.
Fazit: Passgenau zu schenken, ist ein Glücksspiel – so lassen sich Ideen finden
Um trotz der vielen Do’s und Dont’s das passende Geschenke zu finden, können Gespräche mit dem Paar, mit den Eltern oder den Trauzeugen geführt werden. Auch in den sozialen Medien lässt sich mithilfe von positiven und negativen Kommentaren herausfinden, was dem Brautpaar gefällt und was nicht. Achtung: Wenn die künftige Braut ein Produktfoto einer Bilderwand postet, muss das noch nicht bedeuten, dass ihr künftiger Ehemann denselben Geschmack hat wie seine Zukünftige. Gerade bei heiklen Themen, wie etwa beim Thema Einrichtung, ist es wichtig, beide Meinungen zu kennen.

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