Kinderkrankheiten

Windpocken, Ziegenpeter & Co. – hier findest du eine Liste mit Krankheiten, die vorwiegend im Kindesalter auftreten.
Diese ansteckenden Krankheiten werden durch Viren oder Bakterien hervorgerufen. Die Zeit von Ansteckung bis Ausbrechen der Krankheit nennt man Inkubationszeit. Oft besteht schon Ansteckungsgefahr bevor die Krankheit ausgebrochen ist. So kann ein Kind, das noch gar nicht erkrankt ist, aber schon den Erreger trägt, bereits andere Kinder anstecken. Sollte Verdacht auf eine ansteckende Kinderkrankheit bestehen, ist es ratsam den Arzt vor dem Praxisbesuch vom Verdacht zu informieren, um im Wartezimmer nicht weitere Kinder anzustecken. In Deutschland können Kinder gegen viele Kinderkrankheiten geimpft werden. 

Diphtherie  

  • bakterielle Infektionskrankheit
  • Übertragung geschieht durch direkten Kontakt und durch Tröpfcheninfektion
  • befällt meistens den Rachen oder den Kehlkopf
  • ernsthafte Komplikation bei Kehlkopf-Diphtherie ist der Krupp mit bellendem Husten und Atemnot
  • bei Erkrankung Isolation und möglichst frühzeitige Verabreichung eines antitoxischen Serums zur passiven Immunisierung, außerdem Antibiotika und Intensivpflege


Haemophilus influenzae Typ b  (Hib)

  • verursacht ernste Infektionskrankheiten, vor allem Hirnhautentzündungen und Lungenentzündungen, aber auch Kehlkopfentzündungen und Entzündungen des Herzbeutels


Hepatitis - Gelbsucht  

  • Viruserkrankung, mit der sich das Neugeborene schon während der Schwangerschaft bei seiner Mutter anstecken kann
  • bei Hepatitis gibt es die Möglichkeit der passiven Immunisierung
  • für Hepatitis A und B existiert eine Schutzimpfung
  • Impfung wird kurz nach der Geburt durchgeführt, wenn feststeht, dass die Mutter eine entsprechende chronische Hepatitis hat


Influenza - Grippe     

  • sehr ansteckende akute Infektionskrankheit des Atmungssystems
  • Verbreitung durch Tröpfcheninfektion über die Schleimhäute der oberen Luftwege
  • plötzlicher Beginn mit erheblichem Krankheitsgefühl, Rachenbeschwerden, Frösteln, hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Heiserkeit und trockenem, schmerzhaftem Husten, mitunter treten auch Leibschmerzen und starke Durchfälle (Darmgrippe) auf
  • zu den Komplikationen gehören bakterielle Lungenentzündung, Herz- und Kreislaufversagen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen


Keuchhusten  

  • wird durch Tröpfcheninfektion auch über mehrere Meter hinweg übertragen
  • hohe Ansteckungsgefahr
  • kann mehrere Wochen anhalten und das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigen
  • erste Anzeichen sind Husten, Schnupfen und Heiserkeit
  • nach ca. ein bis zwei Wochen beginnt das Kind aber, krampfhaft und schnell nacheinander zu husten, ohne zwischendurch einzuatmen
  • Kinder müssen häufig erbrechen
  • kann bei Säuglingen untypisch ohne Hustenanfälle, aber mit Erstickungsanfällen verlaufen
  • Hustenmittel wirken kaum


Kinderlähmung  

  • wird vor allem durch Schmierinfektionen mit Aufnahme der Erreger über den Mund übertragen
  • das Virus wird - auch bei Impfungen mit Lebenderregern - über den Stuhlgang ausgeschieden
  • viele Infektionen verlaufen unbemerkt bzw. wie eine einfache Erkältungskrankheit, auch solche Verläufe hinterlassen eine Immunität
  • kann zu bleibenden Lähmungen mit Skelettdeformationen führen


Masern   

  • hochansteckende Kinderkrankheit mit einem charakteristischen Ausschlag
  • die Übertragung geschieht durch direkten Kontakt, durch Tröpfcheninfektion und sogar durch Luftzug fast aller nicht geimpften Personen
  • Neugeborene oder Säuglinge sind meist durch mütterliche Antikörper aus der Muttermilch geschützt
  • erste Anzeichen sind ein Katarrh der oberen Luftwege, Schnupfen, Husten, Bindehautentzündung und Fieber, kleine weiße Flecken auf der Wangenschleimhaut und einen geröteten Gaumen
  • der typische Ausschlag beginnt erst einige Tage später, meist hinter den Ohren und im Gesicht, und breitet sich von dort über den ganzen Körper aus
  • die Masern sind zunächst zwei bis fünf Millimeter groß und fließen bald zusammen.
  • bei unkompliziertem Verlauf blasst der Ausschlag nach etwa zwei Tagen ab, das Fieber sinkt, und die geschwollenen Lymphknoten schwellen wieder ab
  • die Masern sind überstanden und hinterlassen eine Immunität
  • mögliche Komplikationen sind Zweitinfektionen durch Bakterien, wie Lungenentzündung oder schwere Kehlkopfentzündung mit lebensbedrohlicher Atemnot oder selbst schwere Erkrankungen wie z.B. Hirnentzündung bei nicht Geimpften


Meningokokken     

  • Meningokokkenimpfung schützt nur gegen Hirnhautentzündungen, die durch Meningokokken hervorgerufen werden
  • seit Juli 2006 wird die Impfung von der Ständigen Impfkommission für alle Kinder empfohlen


Mumps (Ziegenpeter)

  • Virusinfektion, die vor allem Kinder zwischen 2 und 15 Jahren befällt
  • Babys sind in den ersten Lebenswochen meistens noch durch mütterliche Antikörper geschützt
  • Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion
  • beginnt mit einem Nasen-Rachen-Katarrh, mit Schnupfen und Halsschmerzen beim Schlucken, danach folgt die typische ein- oder beidseitige Anschwellung der Speicheldrüsen mit leichtem bis hohem Fieber
  • Komplikationen können eine Entzündung der Hoden, die zu Unfruchtbarkeit führen kann, und die nicht ganz seltene Hirnhaut- oder Hirnentzündung sein


Pneumokokken

  • sind Bakterien, die im Nasen-Rachen-Raum bei fast allen Erwachsenen symptomlos vorkommen, bei geschwächten Patienten aber auch Krankheiten verursachen können, unter anderem Lungen-, Mittelohr-, Gehirnhautentzündung


Röteln

  • eine durch das Rötelnvirus hervorgerufene Erkrankung
  • wird durch Tröpfcheninfektion, aber auch indirekt durch gemeinsam benutzte Gegenstände übertragen
  • erste Anzeichen sind ein Nasen-Rachen-Katarrh mit fleckig gerötetem Gaumen und leichtem Fieber
  • der Ausschlag in Form linsengroßer rosaroter Flecken beginnt kurz darauf im Gesicht und breitet sich über den ganzen Körperstamm aus
  • typisch sind Lymphknotenschwellungen im Rachen vor Ausbruch des feinfleckigen Ausschlags
  • die Bedeutung der Röteln für die Gesundheitsvorsorge des Kindes im Mutterleib liegt eindeutig bei der drohenden Röteln-Embryopathie durch eine Rötelninfektion der Schwangeren - daher wird die Röteln-Schutzimpfung aller Kinder dringend empfohlen


Windpocken     

  • sehr ansteckende, in der Regel gutartig verlaufende, virusbedingte Infektionskrankheit mit bläschenförmigem Hautausschlag
  • Übertragung erfolgt durch Tröpfchen- und Schmierinfektion
  • Inkubationszeit beträgt 14 bis 21 Tage
  • im Verlauf einer Woche tritt nach uncharakteristischen Frühsymptomen (Kopfschmerzen, Übelkeit, leichtes Fieber) der Hautausschlag in Schüben auf
  • dabei entstehen jeweils innerhalb von Stunden aus linsengroßen, blassroten Flecken Papeln und Bläschen mit rotem Saum, deren Decke leicht einreißt
  • nach einigen Tagen stehen frische, stark juckende und unter einer Kruste abheilende Bläschen nebeneinander
  • ansteckend bis zum Abfall der letzten Krusten, daher ist eine Isolierung des Erkrankten zu empfehlen
  • nach der Erkrankung besteht eine latente Immunität, sodass das Virus bei Immundefekten oder -schwäche reaktiviert werden kann (jenseits des 45. Lebensjahrs meist als Gürtelrose)


Wundstarrkrampf-(Tetanus-)Schutzimpfung  

  • es wird dringend empfohlen, sich gegen den Tetanuserreger impfen zu lassen, da jede noch so kleine Verletzung zum gefürchteten Wundstarrkrampf (Tetanus) führen kann
  • empfehlenswert sind Wiederholungsimpfungen bei der Einschulung und dann alle zehn Jahre 
  • liegt die letzte Impfung mehr als fünf Jahre zurück, so ist bei Verletzungen immer eine Auffrischung notwendig


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(Foto: TK-Pressefoto5)