Das Baby ist da!

Eine Gebrauchsanweisung gibt es zum Baby nicht dazu. Was ihr in der ersten Zeit beachten solltet: „Nehmt euch Zeit, um einander kennen zu lernen. Natürlich macht man nicht alles auf Anhieb absolut richtig, aber mit der Zeit gewinnt man immer mehr Sicherheit“, beruhigt Birgit Laue, Hebamme und Fachautorin. „Beobachtet euer Baby. Es wird euch zeigen, welche Bedürfnisse es hat.“

„Unternehmt nicht gleich in den ersten sechs Wochen einen langen Spaziergang. Aber wenn ihr zum Beispiel für einen kurzen Einkauf vor die Tür müsst, ist das kein Problem.“ Am Anfang sollte eine viertel oder halbe Stunde Spaziergang ausreichen.
Mit dem Nacken-Test könnt ihr prüfen, ob dem Baby zu kalt oder zu warm ist: Legt eurem Baby regelmäßig die Finger in den Nacken – fühlt es sich dort warm und trocken an, ist alles in Ordnung. Wenn es aber schwitzt, schlagt die Decke zurück oder zieht ihm einen Teil seiner Kleidung aus.
Eine Mütze schützt vor allem in den ersten Lebenswochen vor einem zu starken Wärmeverlust. „Das gilt auch in normal temperierten Räumen“, sagt Birgit Laue. Extreme wie nasskaltes oder windiges Wetter, trockene und stickige Kaufhausluft, verqualmte Cafés sind zu meiden.

Bei einer Autofahrt darf die Baby-Schale nicht vergessen werden. Viele Schalen funktionieren zu Hause auch als gemütliche Wippe. Länger als eine Stunde am Stück sollte der neue Erdenbürger aber nicht darin verbringen, weil es seine Bewegungsfreiheit auf Dauer einengt.

Das erste Bad
Wenn Michelle Grothe an die erste Zeit mit ihrem Baby zurückdenkt, kommt ihr vor allem das erste Bad in den Sinn: „Mein Freund und ich waren wahnsinnig aufgeregt. Wir wollten schließlich alles richtig machen.“ Dabei braucht man für ein Bad nur eine Waschschüssel, ein Thermometer, 37 Grad warmes Wasser und einen Waschlappen. „Wenn ihr einen Badezusatz hinzufügen wollt, nehmt bitte keinen mit Seife“, rät Hebamme Birgit Laue. Besser eignen sich Pflanzenöle. Auch Eincremen muss noch nicht sein, es sei denn, die Baby-Haut fühlt sich sehr spröde und trocken an. „Ein Bad in der Woche genügt. Aber lasst euch auch hier von eurem Gefühl und eurem Beobachtungen leiten. Euer Baby wird euch zeigen, ob ihm das Planschen im Wasser Spaß macht“, sagt Laue.

Der Rest Nabelschnur, den Neugeborene in den ersten zwei Wochen ihres Lebens am Nabel haben, stört beim Baden nicht. Ein paar Minuten Badezeit sind in Ordnung. Danach die Nabelschnur mit der Nabelklemme richtig trocknen lassen, bevor die Windel angelegt wird. Die Windel vorne umschlagen, damit sie nicht am Nabel reibt. Dann die eigenen Hände waschen, die spezielle Tinktur aus der Klinik auftröpfeln und etwas Mull darum wickeln. Zum Schluss kommt der Verband. Diese Handgriffe wird man euch in der Klinik ausführlich zeigen. Spätestens nach zwei Wochen fällt der Rest Nabelschnur von alleine ab.

Haare und Nägel
Am Anfang ist Haare waschen unnötig. Es reicht, mit einem nassen Waschlappen das Haar von der Stirn über den Hinterkopf auszustreichen. „Hat euer Baby Milchschorf, weicht ihn über Nacht ein. Beträufelt dazu einen Wattepad mit Pflanzenöl und betupft damit den Haarschopf. Am nächsten Tag nehmt ihr einen Kamm, um den ihr eine Mullbinde wickelt. Damit streicht ihr vorsichtig über den Kopf.“
Pflege der Fingernägel: „Überstehende Nägel, die sich abzulösen beginnen, werden vorsichtig abgezupft“, sagt die Hebamme. Später können spitze Nägel mit einer Baby-Nagelschere halbrund und nicht zu kurz geschnitten werden. Am besten dann, wenn euer Kind schläft und seine Fingerchen ruhig hält.

Zahnen
„Zahnpflege fängt schon beim ersten Zahn an. Kranke Milchzähne können Karies auf die umliegenden Zähne übertragen“, sagt Jenifer Calvi, Autorin des Ratgebers „Das Baby ist da!". Schon den ersten Zahn solltet ihr also mindestens einmal täglich reinigen, am besten vor dem Schlafengehen. „Anfangs reicht es, wenn ihr die Zähnchen mit einem feuchten Mulltuch abreibt. Wickelt es einfach um den Zeigefinger“, sagt Calvi.

Während des Zahnens hat ein Baby ein großes Kauverlangen. Das Baby nagt an allem was ihm zwischen die Finger kommt.
Zwischen dem 10. und 12. Monat entwickeln Babys großes Interesse für Köstlichkeiten abseits der Gläschenkost. Ein Baby kann jetzt schon ganz viel von dem essen, was auf den Tisch kommt. Nur Zucker, starke oder gar scharfe Gewürze sind noch tabu. „Gebt eurem Baby immer mal wieder etwas zum Probieren“, sagt Laue. Auch viel trinken ist wichtig: Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnter Saft.

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