Achberger


Emmerling


Weise


Das Strumpfband – Ursprung und Bedeutung

Strumpfbänder werden heute nicht mehr zu praktischen Zwecken benötigt, gehören aber als traditionelles Accessoire inzwischen fast zu jedem Brautoutfit.

Früher ...
... war das Strumpfband ein Stoffstreifen, von sowohl Frauen als auch Männern um das Bein gebunden wurde, um den Strumpf am Herunterrutschen zu hindern. Je nach dem wie der modische Trend gerade lag, band man es oberhalb oder unterhalb vom Knie. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts dann wurde das Strumpfband zu einem rein weiblichen Kleidungsbestandteil. Dieses muss nicht mehr gebunden werden, sondern ist elastisch und kann über das Bein gestreift werden, um es versteckt am Oberschenkel zu platzieren. Gerne wird ein blaues Strumpfband verwendet, um diesem Brauch gerecht zu werden:
Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues und einen Glückspfennig im Schuh.

Heute ...
... ist der praktische Nutzen des Strumpfbandes längst passé – dank moderner Strumpfmode. Doch aus der Brautmode ist es nicht mehr wegzudenken. Auch einige Hochzeitsbräuche gehen mit diesem schicken Beiwerk einher und werden auf der Feier gerne zelebriert:

Versteigern?
Ein schöner Brauch ist es, das Strumpfband der Braut im Laufe der Feierlichkeiten zu versteigern. Bei diesem aus den USA stammenden Ritus wird im Vorfeld ein Betrag bestimmt, um den sich das Gebot jeweils erhöht. Zu jedem Gebot hebt die Braut ihr Kleid ein Stückchen weiter an. Die Hochzeitsgesellschaft bietet dann solange, bis das Strumpfband zu sehen ist. Derjenige, der das höchste Gebot abgegeben hat, ist der glückliche neue Besitzer des Strumpfbandes.
Das Brautpaar kann sich am Ende der Auktion über einen schönen Geldbetrag für die Haushaltskasse freuen.

Oder Werfen?
Genau wie die Braut ihren Brautstrauß rückwärts in die Runde der weiblichen Gäste werfen darf, gibt es dazu ein Pendant für die Herren: Dabei setzt die Braut ihren Fuß auf einem Stuhl ab und hebt ihr Kleid an. Ihr angetrauter Ehemann streift vor der versammelten Gesellschaft langsam das Band ab und wirft es in die wartende Menge der unverheirateten Männer. Wer der glückliche Fänger ist, wird – so sagt man – in absehbarer Zeit selbst heiraten.